Ausstellungen




MARIA HAAS / SYLVIA KRANAWETVOGL

von 06.05.1999 bis 29.05.1999

Sylvia Kranawetvogl, Maria Haas

SYLVIA KRANAWETVOGL
„Brave“

Sylvia Kranawetvogls Fotografien portraitieren Menschen die sie nie getroffen hat. Die Gesichter, die uns entgegenblicken stammen aus den Glasfronten der Modegeschäfte verschiedenster Großstädte. Verschleiert von Lichtreflexen auf Glas vermischen sich die Gesichter mit den Spiegelungen des Außenraums: Geschäfte, Menschen in Eile, Häuserfronten. Werbewelt und Alltagsrealität treffen aufeinander, Illusion und Realität verschmelzen ineinander. In ihrer Installation „Brave“ arbeitet Sylvia Kranawetvogl mit großformatigen Fotografien,Video und Sound.


MARIA HAAS
„Maria Haas – Selbstportraits 1997–1999“

Vor uns eine Reihe schreiend bunter Farbfotografien – Selbst-bildnisse einer jungen Frau.

Maria Haas zieht sich in ihren Arbeiten zurück; läßt das laute Leben New Yorks hinter sich; schließt sich ein in leere Räume. Hier inszeniert sie ihren Körper und die charakteristischen Ac-cessoires innerhalb der Raumhülle. Immer wieder sind es Fund-stücke, die sie zu Bildsequenzen anregen; mit Akribie gesam-melt, gehortet, bis sie – im Raum komponiert – den Kontext für ihre eigene Person bilden.
Während die Figur eintaucht ins gefühlsgefärbte Wasser, ver-sinken wir mit dem voyeuristischen Blick der/des Außenstehen-den in eine fremde Welt. Die Themen, mit denen uns die Künstlerin konfrontiert, sind keine „leichte Kost“. Maria Haas ist Subjekt und Betrachterin zugleich in der Auseinandersetzung mit Religion, Sexualität und Gewalt und läßt uns teilhaben an dieser Introspektion.
Während die New Yorker Arbeiten durch eine schrille Farbigkeit charakterisiert sind, formen sich die neueren Bilder aus einem mystischen Dunkel. Maria Haas bedient sich sakralen Formenelementen und paraphrasiert diese in der Verwendung frem-der Bildgegenstände. Die menschliche Figur unterscheidet sich vor diesem Hintergrund kaum noch von der (aufblasbaren) Puppe; Farben und Lichtwerte gehen ineinander über – die Rollen der Beteiligten scheinen austauschbar.
Die Künstlerin tritt in den Darstellungen in Dialog und Interaktion mit Puppen, Comics und Madonnenbildern. Nicht selten sind mehrere Bewegungssequenzen in einem Bild eingefangen. Maria Haas agiert frei im konstruierten Bildraum.
Die Arbeiten von Maria Haas tragen keinen Titel, weil sie es versteht, Gefühle und Empfindungen in Farben und Accessoires eindringlich auszudrücken ohne sich beschreibender Worte zu bedienen.

Alexandra Uedl, 1999