Ausstellungen




PROVOKATION? III

TäterIn

von 18.12.2007 bis 30.01.2008

Katrina Daschner, Morgan Fisher

Eröffnung: Montag, 17. Dezember um 19.00 Uhr
Einleitende Worte: Juliane Feldhoffer

Weihnachtsferien: 23. 12. 07 - 7. 1. 08

sponsored by: BMUK, MA7-Kultur, Cyberlab

PROVOKATION? III – TäterIn


Der diesjährige Themenschwerpunkt der Fotogalerie Wien PROVOKATION? stellt die Frage nach dem inhaltlichen wie formalen Reiz- und Provokationspotential zeitgenössischer künstlerischer Positionen und versucht ihr anhand dreier Ausstellungen nachzugehen.
Nach der Einzelpräsentation des Künstlers Michael Janiszewski und einer Gruppenausstellung zum Thema, ist die letzte Ausstellung zum Jahresschwerpunkt 2007 eine die gesamte Ausstellungsfläche bespielende multimediale Installation der in Wien lebenden Künstlerin Katrina Daschner.

Daschners künstlerische Auseinandersetzung dreht sich sehr häufig um Fragen rund um das Thema Identität – vor allem aus der Perspektive von weiblichen und darin vorrangig queeren Selbstentwürfen und dem konstanten Aufbrechen von stereotypen Zuschreibungen.

In der aktuellen Ausstellung führt sie diese Auseinandersetzung anhand eines sehr sensiblen und weitgehend tabuisierten Bereichs, der (sexualisierten) Gewalt innerhalb von sozialen Näheverhältnissen, fort.

Ausgehend von dem Theaterstück „Täter“ von Thomas Jonigk, das 1999 am Hamburger Schauspielhaus uraufgeführt wurde, inszeniert Daschner mit ihrer Arbeit „TäterIn“ den Ausstellungsraum zu einer, wie sie es formuliert, „labyrinthartigen Raumkonstellation“.
Jonigks Stück handelt in brutaler Deutlichkeit von der Gewalt innerhalb familiärer Strukturen und den damit einhergehenden Machtmechanismen.
Die Jugendlichen Petra und Paul, Opfer solcher Gewaltformen, lernen sich kennen und werden zu gegenseitigen LebensretterInnen und in der Folge zu HilfestellerInnen im Realisieren und Artikulieren der eigenen Verletzungen und dem notwendigen wie schwierigen Aufbegehren.

Daschner setzt Jonigks verbaler Klarheit eine monochrome und formal weitgehend reduzierte Bild- und damit Narrationswelt gegenüber.
Die Aneignung und Transformation einzelner Textfragmente sowie das ganze Stück durchziehender Narrationslinien in Fotografien, Soundcollagen, Stickereien etc. versucht einerseits, sich diesem komplexen Thema anhand unterschiedlicher Qualitäten zu nähern und gleichzeitig die Problematik der Auslagerung solcher Erfahrungen hervor zu kehren.

Die Künstlerin verweigert sich in diesen Arbeiten ganz bewusst einer personifizierten Bildsprache und konfrontiert die BetrachterInnen damit, die entstandenen Leerstellen mit der eigenen Bildwelt füllen zu müssen.