Ausstellungen




NEDA PLOSKOW
LUKAS M. HÜLLER

von 05.05.1994 bis 28.05.1994

Lukas M. Hüller, Neda Ploskow

LUKAS M. HÜLLER
Street Sequences

Diese nächtens dicht vom Boden aus aufgenommenen Bilder von Trottoirs im Regen können nicht mit einer bestimmten Stadt verknüpft werden, ob sie nun in Brüssel oder anderweitig aufgenommen wurden. Ihr erstes Kennzeichen ist eine Stimmung, die sich von ihnen abhebt und faszinierend auf uns wirken kann. In dieser nächtlichen Welt verbinden sich Glanz, Beleuchtung und Widerschein in einer Resonanz gemäßigter Gewalt, so wie die im zerstörerischen, doch ungefährlichen Taumel zerschlagene Flasche.
Diese Nächte werden im grellen Licht einer Neonleuchte zerrissen, die von spiegelnden und vom letzten Schauer noch feuchten Pflastersteinen, Blitzlichtern gleich zurückgeworfen werden. Genau wie dies Licht hat auch der nächtliche Regen etwas Künstliches an sich und trägt zur Färbung der Nacht bei, während er den Tag eintrübt. Grünliches Gelb, düsteres Grün, elektrisches Blau komponieren eine Symphonie der Töne, die das Bild ausfüllen und zur Materialisierung dieser mysteriösen und mulmigen Stimmung beitragen.
Diese eigenartige Welt kommt in beliebigen Straßen, Brücken, Untergeschossen, Treppenhäusern zum Ausdruck, Orten des Vorübergehens also, in denen die Spuren des Lebens wie Graffiti oder beleuchtete Fenster prangen. Trotz ihrer Verlassenheit bietet die Nacht eine Präsenz, die erst bei solch gemäßigtem Schritt auffällt. Da die Nacht nicht von natürlichem Licht erhellt wird, ist es unmöglich zu bestimmen, welchem Zeitpunkt diese Bilder entsprechen, eben nur dieser zeitlosen Tiefe.
Die horizontale Ansicht von der Straßenoberfläche aus drängt eine gänzlich andere Perspektive und eine teils verzerrte Betonung des Vordergrundes hervor. Zudem erinnern die Überlagerung der Bilder und deren parallele Darbietung an Aufnahmen aus Kinofilmen. Diese Sequenzen greifen in eine erzählerische Abfolge, deren Aufführung in einer natürlichen Welt im finsteren, doch strahlenden Licht besonderes Interesse weckt.

Bernard Marcelis (Brüssel, März 1994) (Deutsche Übersetzung: Manfred Lehmann, Goethe Institut Brüssel)


NEDA PLOSKOW
5 Häuser für verschiedene Lebenszustände

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