Ausstellungen




WERKSCHAU XVI

Hans Kupelwieser - Arbeiten 1981 – 2011

von 21.06.2011 bis 23.07.2011

Hans Kupelwieser

Eröffnung und Katalogpräsentation: Montag, 20. Juni um 19.00 Uhr
Einleitende Worte: Ruth Horak
Werkstattgespräch mit Hans Kupelwieser: Donnerstag, 21. Juli um 19.00 Uhr


WERKSCHAU XVI ist die Fortsetzung der seit 16 Jahren jährlich stattfindenden Ausstellungsreihe der FOTOGALERIE WIEN, welche zeitgenössische KünstlerInnen präsentiert, die wesentlich zur Entwicklung der künstlerischen Fotografie und neuen Medien in Österreich beigetragen haben. Gezeigt wurde bisher ein Querschnitt durch das Schaffen von Jana Wisniewski, Manfred Willmann, VALIE EXPORT, Leo Kandl, Elfriede Mejchar, Heinz Cibulka, Renate Bertlmann, Josef Wais, Horakova+Maurer, Gottfried Bechtold, Friedl Kubelka, Branko Lenart, INTAKT – Die Pionierinnen (Renate Bertlmann, Moucle Blackout, Linda Christanell, Lotte Hendrich-Hassmann, Karin Mack, Margot Pilz, Jana Wisniewski), Inge Dick und Lisl Ponger.
Für die diesjährige Werkschau konnte die FOTOGALERIE WIEN Hans Kupelwieser gewinnen, dessen Werk an der Schnittstelle zwischen Fotografie und Skulptur angesiedelt ist.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog und die Werkschau-Fotoedition Nr. 10.

Die WERKSCHAU von Hans Kupelwieser, geboren 1948 in Lunz am See/NÖ und in Wien lebend, verdeutlicht anhand der Präsentation einer großen Auswahl seiner frühen und neuen Objekte, Fotogramme, Fotografien und Collagen, wie stark sich die unterschiedlichen Medien bei ihm bedingen. Bekannt als Vertreter eines „erweiterten“ Skulpturenbegriffs, geht es dem Künstler dezidiert um die Erforschung des Raums durch seine Objekte, aber auch um das materielle und inhaltliche Experimentieren mit verschiedensten Materialien (z.B. Aluminium, Gummi, Stahl), wobei er in Bezug zu Form und Funktion nicht selten mit den Mitteln der Täuschung arbeitet.

Interessiert an der Auseinandersetzung zwischen Fläche und Raum bzw. Zwei- und Dreidimensionalität, hat er das Fotogramm als „Vermittler“ entdeckt: Es ermöglicht ihm die Transformation dreidimensionaler Gegenstände in zweidimensionale Bilder. Das Fotogramm, dieser direkte Abdruck der Realität, „(…) weist die größte Nähe zum Original auf, das es tatsächlich berührt hat, und gleichzeitig die größte Distanz, weil es dessen Aussehen nicht in der gewohnten Weise vermittelt“ (Ruth Horak). Seit den frühen 1980er-Jahren hat Kupelwieser hunderte Fotogramme in unterschiedlichsten Formaten produziert; speziell für die FOTOGALERIE WIEN entsteht ein 3 x 10 Meter langes Werk. Der Herstellungsprozess spielt für ihn immer eine große Rolle und wird zum wesentlichen Bestandteil des Bildes. Für seine Fotogramme verwendet der Künstler Dinge des Alltags wie Erdäpfel, Spaghetti, Papier, Chips, aber auch Möbel wie Bettroste, Tische und Sessel. Aus der Zweidimensionalität findet er den Weg zurück zum Plastischen: Beispielsweise lässt er den Schatten eines Aluminiumsessels wieder in Aluminium schneiden. „Die Verzahnung von Gegenstand und Abbild, die Variationsbreite der Abbilder und die Wandelbarkeit der Fotogramme machen“, so Ruth Horak, „den Bildhauer Hans Kupelwieser als untrennbares Alter Ego spürbar (…)“.

Petra Noll, im Namen des Kollektivs