Presse

ADIDAL ABOU-CHAMAT
Still aus: "Ver-wicklung", 2010 2010 Video, sound, 09:00 min.
› Bild downloaden
ADIDAL ABOU-CHAMAT
Still aus: "Ver-wicklung", 2010 2010 Video, Ton, 09:00 min.
› Bild downloaden
VESNA BUKOVEC
Still aus der Videoserie: "White Performances/Positive Affirmations", 2010 Ton, ca. 03:00 min.
› Bild downloaden
DENIS BUTORAC
aus der Serie: "Homesick", 2018 Fine Art-Prints, 100 x 66 cm
› Bild downloaden
DENIS BUTORAC
aus der Serie: "Homesick", 2018 Fine Art-Prints, 100 x 66 cm
› Bild downloaden
DENIS BUTORAC
aus der Serie: "Homesick", 2018 Fine Art-Prints, 100 x 66 cm
› Bild downloaden
IRIS ANDRASCHEK
aus der Serie: "Where to Draw the Line #4", 2012 Fine Art-Print, Diasec, 45 x 30 cm
› Bild downloaden
ERIK LEVINE
Still aus: "More Man", 2005 Video, Ton, 08:00 min.
› Bild downloaden
ERIK LEVINE
Still aus: "More Man", 2005 Video, Ton, 08:00 min.
› Bild downloaden
MARTA ZGIERSKA
aus der Serie: "Afterbeauty", 2018 Pigment-Prints, 150 x 107,2 cm
› Bild downloaden
MARTA ZGIERSKA
aus der Serie: "Afterbeauty", 2018 Pigment-Prints, 150 x 107,2 cm
› Bild downloaden
ANDRÉS DUQUE
Still aus: "PARALELO 10", 2005 Video, Ton, 26:00 min.
› Bild downloaden
ANDRÉS DUQUE
Still aus: "PARALELO 10", 2005 Video, Ton, 26:00 min.
› Bild downloaden
SIMON LEHNER
Still aus: "September", 2019 Zweikanal-3D-Videoinstallation, Ton, 04:00 min., Loop
› Bild downloaden
SIMON LEHNER
Still aus: "September", 2019 Zweikanal-3D-Videoinstallation, Ton, 04:00 min., Loop
› Bild downloaden
BRIGITTE KONYEN
aus der Serie: "Snapshots", 2017–19 Fotocollage, 15 x 10 cm
› Bild downloaden
BRIGITTE KONYEN
aus der Serie: "Snapshots", 2017–19 Fotocollage, 15 x 10 cm
› Bild downloaden
BRIGITTE KONYEN
aus der Serie: "Snapshots", 2017–19 Fotocollage, 15 x 10 cm
› Bild downloaden

RITUALE I

KORRELATIONEN

10.08.2019

RITUALE I

KORRELATIONEN

ADIDAL ABOU-CHAMAT (DE), IRIS ANDRASCHEK (AT), VESNA BUKOVEC (SI), DENIS BUTORAC (HR), ANDRÉS DUQUE (VE/ES), BRIGITTE KONYEN (AT), SIMON LEHNER (AT), ERIK LEVINE (US), MARTA ZGIERSKA (PL)

Eröffnung:
Montag, 2. September, 19.00 Uhr
Einführende Worte
:
Petra Noll-Hammerstiel
Ausstellungsdauer:
3. September – 5. Oktober 2019

Begleitprogramm: Mittwoch, 2. Oktober 2019, 19.00 Uhr
Lesung mit Projektion:
Das Flüstern der Dinge – aus dem fotografischen Tagebuch 2008 – 2016 von Thomas Krempke, Zürich

sponsored by: BKA Österreich; MA7-Kultur; Cyberlab
Thanks to: Dejan Sluga, Miha Colnar, Lisl Ponger und 
Slowenisches Kulturinformationszentrum SKICA


Rituale sind ein wichtiger Bestandteil des Ausdrucks- und Kommunikationsverhaltens des Menschen und sagen viel aus über Werte, Rollenverständnis und das soziale Miteinander, in dem sie häufig eine regulierende, unterstützende Funktion einnehmen. Die komplexe Inhaltlichkeit und große Bedeutung des Rituals für den Menschen hat das kuratorische Team der FOTOGALERIE WIEN dazu inspiriert, einen Schwerpunkt mit vier Ausstellungen mit internationalen KünstlerInnen in den Jahren 2019/2020 zu konzipieren.
Der Begriff „Ritual“, ursprünglich nur im liturgisch-zeremoniellen Kontext üblich, wird heute für alle gesellschaftlichen Bereiche verwendet. Das Ritual ist eine nach vorgegebenen Regeln und meist in festgelegter Reihenfolge durchgeführte Handlung mit primär identitäts- und sinnstiftendem Ziel, d.h. mit dem Wunsch nach Orientierung, Erkenntnis und gemeinschaftlichem Handeln. Es setzt sich ab von alltäglichen Gewohnheiten bzw. instrumentellen, regelmäßigen und vor allem zweckorientierten Tätigkeiten, denen aber ein „ritueller Charakter“ zugeschrieben werden kann. Das Ritual besetzt somit vor allem den geistigen und emotionalen Raum. Charakteristisch für das Ritual sind zudem Inszenierung, Prozessualität und meist hohe Symbolhaftigkeit.

Die vier Ausstellungen beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Ritualen und den damit einhergehenden Beziehungsgeflechten; mit Ritualen, in denen sich Machtdemonstration, Unterdrückung und Ausgrenzung artikulieren, sowie mit religiösen und anderen zeremoniellen Ritualen. Im Zuge dessen werden die mit den verschiedenen Ritualen verbundenen Codes, Haltungen und Kommunikationsformen untersucht. 

Die erste Ausstellung mit dem Titel Korrelationen zeigt Arbeiten von KünstlerInnen, die in ihrer Beschäftigung mit Identität, Rollenbildern und Strukturen von Gesellschaften und Kulturen verschiedener Länder rituelle Verhaltensweisen herausarbeiten. Dabei gehen sie einerseits vom eigenen Ich und seinen von Erziehung, Tradition, Religion und Konventionen geprägten, zum Teil genderspezifischen Erfahrungen aus, die von gesellschaftlicher Relevanz sein können. Andererseits untersuchen sie Verhaltensweisen, Strukturen und Normen von Gemeinschaften, denen in Ritualen Ausdruck verliehen wird. Es werden Beziehungsgefüge analysiert, die geprägt sind von jeweils verschiedenen rituellen Verhaltens- und Interaktionsformen. Diese Rituale verbinden einerseits die spezifischen Gruppen zu einer Gemeinschaft, die Halt und Sicherheit verheißt, andererseits können sie auch Zwänge, Einengung und andere grenzwertige Erfahrungen auslösen. Die hier ausgewählten KünstlerInnen visualisieren das Phänomen „Ritual“ in erster Linie in Form von Metaphern, symbolischen Inszenierungen bzw. Weiterverarbeitung dokumentarischen Materials.


In dem Video Ver-Wicklung von Adidal Abou-Chamat bindet sich eine junge Frau zu arabisch-türkischer Popmusik in diversen, länderspezifischen Techniken ein Kopftuch um. Indem Abou-Chamat symbolhaft verschiedene Rituale des Kopftuchbindens und -tragens aus Religion und Alltag zitiert, dekonstruiert sie festgefahrene weibliche Rollenbilder. Höhepunkt ist dabei der Schluss; hier wird das zunächst von einem Niqab verschleierte Gesicht der Protagonistin durch einen Windzug freigelegt. Dadurch wird das islamische Verschleierungsgebot, das die deutsche Künstlerin mit syrischen Wurzeln anspricht – und damit alle „von oben“ verordneten Kleidervorschriften –, spielerisch entschärft.

In den eng zusammengehörenden Werkgruppen Where to Draw the Line sowie 30 Reasons a Girl Should Call It a Night / Passion of the Real von Iris Andraschek mit Fotografien bzw. Zeichnungen geht es um weibliche Jugendliche, die sich prekären und riskanten Körperritualen hingeben und Fotos davon in den Sozialen Medien posten. Andraschek hat zwei junge Frauen mit Texten auf dem nackten Körper, die negative Postings reflektieren, auf Fotografien von inszenierten Grenzübertritten platziert. Es wird die Frage gestellt, wer denn Grenzen zieht und wer neue (Beziehungs-)Rituale erfindet, die über Dabeisein oder Ausgrenzung entscheiden. In den Zeichnungen bezieht sich Andraschek auf Facebook-Fotos von exzessiv agierenden, betrunkenen Mädchen.

Vesna Bukovec zeigt White Performances / Positive Affirmations, vier Kurzvideos, in denen häusliche Arbeiten so performt werden, dass deren ritueller Charakter deutlich wird. Dazu sind optimistische, autosuggestive Aussagen, wie sie in der populären Selbsthilfekultur üblich sind, kombiniert. Die Videos verstehen sich als kritisch-ironische, feministisch konnotierte Hinterfragung der oft zwanghaften Suche des Individuums nach Image, Glück und Perfektion. Sie beziehen sich vor allem auf Frauen, denen man speziell diese „typisch weiblichen“ häuslichen Tätigkeiten zuschreibt, die ihnen angeblich Selbstverwirklichung bringen sollen.

Um Männlichkeits- und Familienrituale geht es in der Fotoserie Homesick von
Denis Butorac. In seiner kroatischen Heimat wird die Teilnahme von Buben am traditionellen Schlachten von Tieren als Beweis von Männlichkeit verstanden. Es handelt sich um eine Art Initiationsritus, um in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen zu werden. Nach längerem Zögern überwand Butorac Angst, Ekel und Unverständnis und nahm als passiver Beobachter an diesem sozialen Ereignis teil. Durch die Inszenierung, in der er Teile der getöteten Tiere auf symbolhaft-religiöse Weise und ästhetisch außergewöhnlich angeordnet hat, hält er die Erinnerungen fest, um neue zu schaffen und damit seiner Familie und Heimat näherzukommen.

Der Filmemacher Andrés Duque, der sich häufig mit schamanischen Ritualen auseinandersetzt, zeigt in seinem Video Paralelo 10 das individuelle, täglich praktizierte Ritual der Philippinin Rosmarie an einer Ecke der Avenida del Paralelo in Barcelona. Es ist ein magisch-geometrisches Ritual, in dem sie eine Sonnenkartierung mit Zeichendreiecken durchführt und die Fahrbahn mit kryptischen Zeichen markiert. Sie scheint das Geheimnis der Welt zu kennen; die „Fakten“ dazu liefert der öffentliche Raum: Sie zählt Fenster, Stufen, entschlüsselt Zeichen auf Kanaldeckeln, stellt Messinstrumente für geomantische Zwecke her. Einfühlsam gibt Duque dieser fremdartigen Frau und ihrem rätselhaften Ritual Raum. 

Brigitte Konyen
beschäftigt sich in ihrer Fotocollage-Serie Snapshots mit religiös geprägten, konservativen Verhaltensformen und -zwängen früherer Generationen, von denen sich die nachfolgenden befreien. Ausgehend von ihren weiblichen Vorfahren, schließt sie auf allgemeine gesellschaftliche Traditionen, Konventionen und Verhaltensweisen. Basis sind Familienfotos, die sie fragmentiert. Aus den Körperteilen von Frauen unterschiedlicher Zeiten entstehen neue Bilder von surrealer Anmutung. Die rituellen Handlungen, die in den Inszenierungen, Gesten, Posen und dem jeweiligen modischen Erscheinungsbild sichtbar werden, sind solche, die die Zurichtung und Definition des weiblichen Körpers betreffen.

Simon Lehner zeigt die Zweikanal-3D-Videoanimation September. Die Videos beziehen sich auf ein durch frühkindliche familiäre Erfahrungen ausgelöstes Trauma eines Jungen, das er, nun erwachsen, noch immer als wiederkehrende Flashbacks erlebt. Diesen liegt ein zwanghaftes rituelles Muster zugrunde. Der 3D-animierte Junge verkörpert dieses Trauma, das den Kampf zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein immer wieder neu entfacht. Er spricht direkt mit den Betrachtenden wie eine Stimme in ihrem Kopf, spielt mit Kontrolle, Selbstzerstörung und der Sehnsucht nach einem Wiedererleben der Kindheit. Als BetrachterIn steht man inmitten der Projektion und wird selbst zur aktiven Ebene des Bewusstseins.
 
Erik Levine untersucht in dem Kurzvideo More Man männliche Übergangsriten beim American Football sowie die Beziehung zwischen Befehlsgebern und -empfängern. Es wird gezeigt, wie erwachsene Coaches die jungen Spieler massiv physisch herausfordern und psychisch formen, um aus ihnen „mehr Mann“ zu machen. Der Film ist geprägt von wüstem Gebrüll und Pfiffen der Trainer; man sieht die Demütigung, die Angst, die Müdigkeit der Spieler, aber auch Triumph und Teamgeist. Levine verwendet dokumentarisches Material, das er durch Nahaufnahmen, Zeitlupe, Unschärfe und Segmentierung der Bilder verfremdet, um damit die Manipulation stärker zu betonen. Und dennoch charakterisiert er auch die „Täter“ als Opfer ihrer Macho-Vorstellungen. 

Marta Zgierska zeigt Fotoarbeiten aus der Serie Afterbeauty, eine Auseinandersetzung mit weiblichen Körperritualen. Dargestellt sind Überreste gebrauchter Gesichtsmasken; sie sehen aus wie abstrakte Skulpturen von bizarrer, sich auflösender und gleichzeitig ästhetischer Form. Das Auftragen der Gesichtsmaske ist ein beliebtes Beautyritual für junge Mädchen, die damit gerne Selfies in den Sozialen Medien posten. Zgierska setzt sich kritisch mit dem gegenwärtigen Schönheitsbegriff und dem damit verbundenen sozialen Druck auseinander. Sie unterzieht sich diesem rituellen Prozess des mühsamen Auftragens mehrerer Schichten und deren Abnahme ausschließlich deshalb, um Material für die Kunst zu bekommen.

FOTOGALERIE WIEN
Petra Noll-Hammerstiel, im Namen des Kollektivs
      

VORSCHAU

WERKSCHAU XXIV
Michaela Moscouw – aus der deponie der fotografie

Eröffnung: Montag, 14. Oktober, 19.00 Uhr
19.30–20.30 Uhr: speed dating – meet the artist – ask a question
Finissage & Bildertausch – bring & nimm: Donnerstag, 14. November, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 15. Oktober–16. November 2019
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

FOTOGALERIE WIEN BEI DER "PARALLEL VIENNA" 2019

Lasallestr. 5, 1020 Wien, www.parallelvienna.com

Eröffnung: Dienstag, 24. September., 17.00–22.00 Uhr
Messe-Öffnungszeiten: Mittwoch, 25.9.–Sonntag, 29.9.,12.00–19.00 Uhr

Wir freuen uns, folgende KünstlerInnen aus unseren SOLO-Ausstellungen zu präsentieren:
Thomas Albdorf, Robert Bodnar, Katharina Cibulka, Markus Guschelbauer, Olena Newkryta, Corinne L. Rusch, Lea Titz und Christina Werner

Seit 2010 wird jährlich eine der in der FOTOGALERIE WIEN stattfindenden Ausstellungen einem/einer jungen aufstrebenden KünstlerIn als Einzelausstellung gewidmet. Diese Ausstellungsreihe mit Titel SOLO, fungiert als Plattform und Sprungbrett für KünstlerInnen, die gerade am Beginn ihrer Karriere stehen, aber bereits über ein umfangreiches Werk verfügen, das wir einer breiten Öffentlichkeit präsentieren wollen. Ziel ist es, eine nachhaltige Bekanntheit für die/den ausgewählte/n KünstlerIn zu schaffen; dies inkludiert auch die Vermittlung von Kooperationen und Wanderschaften.

______________________________________________________________________________________

RITUALS I

CORRELATIONS

 

ADIDAL ABOU-CHAMAT (DE), IRIS ANDRASCHEK (AT), VESNA BUKOVEC (SI), DENIS BUTORAC (HR), ANDRÉS DUQUE (VE/ES), BRIGITTE KONYEN (AT), SIMON LEHNER (AT), ERIK LEVINE (US), MARTA ZGIERSKA (PL)

Opening
: Monday, 2 September at 7 p.m.
Introduction: Petra Noll-Hammerstiel
Duration: 3 September–5 October 2019

Accompanying Program: Wednesday, 2 October 2019 at 7 p.m. 
Reading with projection: Das Flüstern der Dinge –
from the photographic diary 2008–2016 by Thomas Krempke, Zurich

sponsored by: BKA Österreich; MA7-Kultur; Cyberlab
Thanks to: Dejan Sluga, Miha Colnar, Lisl Ponger and the
Slovenian Culture and Information Centre SKICA


Rituals are an important component in human expression and communication behaviours and tell us much about the values, understanding of roles and social interaction where they often assume a regulatory and supportive function. The complexity of the substantive issues and the great importance of rituals for humanity inspired the curatorial team of the FOTOGALERIE WIEN to put a focal point on this theme with a series of four exhibitions for the years 2019/2020. The term “ritual” was originally only in common use in liturgical and/or ceremonial contexts but is now in general use at every social level. A ritual is a series of actions carried out according to fixed rules, usually in a specified order. This is primarily aimed at engendering identity and meaning and correlates with a desire for orientation, knowledge and community actions. It is distinguishable from everyday habits i.e. from instrumental, regular and, above all, purposeful activities that can, however, have a “ritual character” ascribed to them. First and foremost, therefore, rituals occupy the spiritual and emotional sphere. Additional characteristics are enactment, processuality and, usually, a high degree of symbolism too.
The four exhibitions are concerned with social rituals and their associated networks of relationships: with rituals that articulate demonstrations of power, suppression and exclusion along with religious and other ceremonial rituals. In the course of this, the codes, behaviours and forms of communication related to the various rituals will be examined.

The first exhibition with the title, Correlations, shows works by artists who are concerned with eliciting the complexities of identity, role models and the ritual structures in the societies and cultures of various countries. On the one hand, their point of departure is their own ego as formed by their (in part, gender specific) experiences of education, tradition, religion and conventions, that may be of social relevance. On the other hand they examine the modes of behaviour, structures and norms of communities that are articulated in ritual expressions. Relational structures are examined which are each influenced by various ritual forms of conduct and interaction. These rituals link specific groups to a community that promises support and security on the one hand and, on the other, may trigger constraints, restrictions and other borderline experiences. The artists selected here visualise the phenomena of “ritual” foremost in the form of metaphors, symbolic staging or the re-working of documentary material.


In the video, Ver-Wicklung by Adidal Abou-Chamat a young woman ties a headscarf in various country-specific ways with Arab/Turkish pop music in the background. By symbolically illustrating the varying rituals of tying and wearing a headscarf by religious groups and in everyday life, Abou-Chamat deconstructs the entrenched female role models. The climax comes at the end: here the niqab-veiled face of the protagonist is revealed by a gust of wind. This playfully defuses the Islamic veiling imperative that the German artist of Syrian origins is addressing and thereby implicitly all clothing regulations dictated “from above”.
 
In the closely related work groups, Where to Draw the Line, and 30 Reasons a Girl Should Call It a Night / Passion of the Real by Iris Andraschek, the subject matter is photographs or drawings of young women who subject themselveds to precarious and risky physical rituals and subsequently post images of it on social media. Andraschek posed two young women who have texts on their nude bodies reflecting negative postings, in photographs of staged border crossings. The issue is raised as to who draws the borders and who invents new (relational) rituals that decide who is included or excluded. In her drawings Andraschek refers to Facebook photographs depicting the excessive behaviour of drunken girls.
 
Vesna Bukovec is showing White Performances / Positive Affirmations, four short videos in which housework is performed in such a manner that its ritual character becomes clearly evident. This is combined with optimistic, auto-suggestive statements that are commonplace in popular self-help culture. The videos are intended to be a critical and ironic questioning with feminist connotations of the individual´s often compulsive search for image, happiness and perfection.These are most specially related to women who are often assigned to these “typical women’s work” household tasks that allegedly give them self-fulfilment.

The photo series, Homesick by Denis Butorac is concerned with the rituals of masculinity and the family. In his Croatian homeland, a boy’s participation in the traditional slaughter of animals is regarded as proof of manhood and as a form of initiaton rite to become part of the adult world. After much hesitation Butorac overcame fear, aversion and incomprehension and took part in this social event as a passive observer. By staging parts of the slaughtered animals in a way that is symbolic and/or religious and aesthetically, he captures the memories in order to create new ones and so get closer to his family and homeland.
 
Filmmaker Andrés Duque, who is frequently concerned with shamanic rituals, is showing his video Paralelo 10 in which the Filipino Rosemarie enacts her personal daily ritual at the corner of the Avenida del Paralelo in Barcelona. This is a magical, geometric ritual involving the charting of the sun using triangles and marking its progress with cryptic signs. She appears to know the secret of the world; the necessary “facts” are provided by the public space: she counts windows and steps, decodes signs on drain covers, creates measuring instruments for geomantic purposes. In a sensitive way Duque gives this strange woman and her mysterious rituals space.
 
In her photo collage series, Snapshots, Brigitte Konyen is engaged in examining the religiously influenced, conservative forms of behaviour and the coercions of previous generations from which succeeding generations have liberated themselves. Taking her female forebears as the point of departure, she derives generally applicable social traditions, conventions and codes of behaviour. The basis is provided by family photos which she fragments. Using bodily parts from women of differing epochs she produces images that convey a surreal impression. The ritual actions that are rendered visible in the staging, gestures, poses and the relevant fashionable appearance are those that control and define the female body.

Simon Lehner is showing  the 2-channel, 3D animated video, September. It is concerned with a boy´s traumatic experiences caused by an early childhood family incident. Now grown to adulthood, he still undergoes repetitive flashbacks based on a compulsive pattern of rituals. The 3D animated boy embodies this trauma that is repeatedly sparked off by the struggle between the conscious and the unconscious. He speaks directly to the viewer as if he were a voice in their own head and plays with control, self-destruction and the longing to recapture his childhood. Standing in the midst of the projection, the viewer becomes an active level of the consciousness.

In the short video, More Man, Erik Levine examines male initiation rituals in American football and the relationship between those giving the orders and those receiving. He shows how the adult coaches subject young players to massive physical challenges and mentally shape them „to make real men“ out of them. The film is full of the yells and whistles of the trainer; the players’ humiliation, fear and exhaustion are shown but also their triumphs and team spirit. Levine makes use of documentary material that he modifies through close-ups, slow motion, blurring and segmentation of the images in order to bring out the manipulation more clearly. But nevertheless he also characterises the “perpetrators” as victims of their macho mentality.

Marta Zgierska is showing photo works from the series, Afterbeauty, an examination of female body rituals. The remains of used facemasks are depicted; they appear to be abstract sculptures of bizarre, self-dissolving and simultaneously aesthetic form. Applying a facemask is a popular beauty ritual for young women many like to post selfies on social media sites. Zgierska is critically engaged with the contemporary definitions of beauty and its associated social pressures. She subjects herself to the laborious ritual process of applying the multiple layers and their removal solely in order to generate material for her art.

Petra Noll-Hammerstiel, for the collective
      
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––


PREVIEW

WERKSCHAU XXIV

Michaela Moscouw – aus der deponie der fotografie
Opening: Monday, 14 October at 7 p.m.
7.30–8.30 p.m.: speed dating – meet the artist – ask a question
Finissage & Exchange of Pictures – bring & take:
Thursday, 14 November at 7 p.m.
Duration: 15 October–16 November 2019
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

FOTOGALERIE WIEN AT "PARALLEL VIENNA" 2019
Lasallestr. 5, 1020 Vienna, www.parallelvienna.com

Opening: Tuesday, 24 September., 5–10 p.m.
Opening hours of the fair:
Wednesday, 25–Sunday, 29 September, 12–7 p.m.

We are pleased to present the following artists of our SOLO shows: 
Thomas Albdorf, Robert Bodnar, Katharina Cibulka, Markus Guschelbauer, Olena Newkryta, Corinne L. Rusch, Lea Titz and Christina Werner

Since 2010 the FOTOGALERIE WIEN has put on an annual solo exhibition showcasing the work of a young, upcoming artist. This series of exhibitions, SOLO, functions as a platform and springboard for artists who are at the beginning of their career but who already have an extensive body of work that could be presented to a wider public with advantage. The aim is to achieve a sustainable level of public presence for the chosen artist and includes helping to organize cooperations and touring shows.

Informationen zum Download