Presse

KARŘ GOLDT
"roi d’olivier", DE/AT 2013, Farbe, Sound: Goldt, 05:00 min
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MAGDA CSUTAK
" 7/11 – eine andere Art von Lichtbild", 2004 7 Stück Ellipsen, Siliziumdioxid, Fotoemulsion; 11 Stück Porzellan, Fotoemulsion; Gesamtgröße 138 x 400 x 6 cm
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SIMON PERATHONER
Aus "Fragmented Images" – work in progress: Fragmented Images #5, 2015, C-Print auf MDF, gerahmt
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JULIA ROHN
"Long Life 2", 2015 Pigment-Print, 170 x 130 cm
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CHRISTIANE FESER
"Partition 67", 2017 Fotoobjekt, Archival Inkjet Pigment-Print, 140 x 200 x 3 cm Courtesy of Galerie Anita Beckers and the artist
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ANIKÓ ROBITZ
"Venice (Giardini)", 2013 Giclée-Druck auf Aludibond, 75 x 50 cm
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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CHRISTIANE FESER
Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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ANIKÓ ROBITZ
Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Foto: Michael Michlmayr
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SIMON PERANTHONER
Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
Foto: Michael Michlmayr
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MAGDA CSUTAK
Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
Foto: Michael Michlmayr
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KARŘ GOLDT
Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
Foto: Michael Michlmayr
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ABSTRAKTIONEN

15.05.2017
MAGDA CSUTAK (RO/AT), CHRISTIANE FESER (DE), KARØ GOLDT (DE), SIMON PERANTHONER (IT), ANIKÓ ROBITZ (HU), JULIA ROHN (AT)
 
Eröffnung: Montag, 12. Juni, 19.00 Uhr
Einführende Worte: Petra Noll-Hammerstiel
Ausstellungsdauer: 13.6.–15.7.2017
sponsored byBKA Kunst; MA7-Kultur; Cyberlab
 
Die ausstellenden KünstlerInnen zeigen Fotoarbeiten und Fotofilme, mit denen sie aus Versatzstücken der Wirklichkeit – wie unter anderem Natur, Alltag, Architektur, Wissenschaft und Körper bzw. Bildern davon – durch radikale, konsequente Abstraktion und dadurch Verfremdung neue Bildresultate bzw. Wirklichkeiten erreichen. Diese haben die Kraft, bei den BetrachterInnen unbewusste Gefühle und Assoziationen hervorzulocken. Im Zuge des Abstraktionsvorgangs setzen sich die KünstlerInnen mit Bilderzeugung, Methoden der (Re-)Präsentation und transformatorischen Prozessen – ästhetischen Übersetzungen in Struktur, Form und Farbe – auseinander. Desweiteren geht es um die Grundbedingungen des Sehens und Wahrnehmens und damit um Material, Licht, Raum und Zeit sowie um das Ausreizen der Grenze zur Gegenständlichkeit. Einige der KünstlerInnen stellen eine enge Verbindung zu anderen bildnerischen Medien her, kommen dabei ins Dreidimensionale, Räumliche oder setzen abstrakte Geräusche ein und erreichen damit eine emotionale Aufladung der Bilder.
 

Magda Csutak, deren Auseinandersetzung sich zwischen Mathematik und Kunst bewegt, präsentiert die aus sieben Ellipsen und elf rechteckigen, hauchdünnen Porzellanplatten bestehende Wandinstallation 7:11 – Eine andere Art von Lichtbild.  Das Werk versteht sich sozusagen als Gleichung, im Binärsystem geschrieben. Die beiden Elemente des Systems, die Ellipsen und Rechtecke, wurden auf ihrer Silizium-Basis als Grundmaterial mit Silberemulsion lichtempfindlich gemacht. Grundlegend für Csutaks Bildsprache ist die körperlose, quantisierte Materie, das Photon, dieses winzig kleine Lichtphänomen. In der Bildkonstruktion 7:11 wird die Ähnlichkeit der abstrahierenden Denkweise zwischen Kunst und Mathematik betont; die Mathematik, die selbstgeschaffene abstrakte Strukturen auf ihre Eigenschaften und Muster untersucht. Es ist eine Sprache der Suche nach Entitäten, keine rhetorische, narrative Sprache. Es ist Csutaks Anliegen, die Materialien als Akteure in ihrer verlangsamten, sublimierten Form zu zeigen. Sie brauchen viel Aufmerksamkeit, bevor sie nicht mehr wahrgenommen werden als wichtigstes Instrumentarium unserer elektronischen Nano-Welt.
 

Christiane Feser zeigt Fotoobjekte aus der Serie Partitionen, ästhetische Kompositionen, die aus der seriellen Anordnung von jeweils unterschiedlichen, meist abstrakt-geometrischen, sich vielfach wiederholenden Gebilden aus Papier, die von der Künstlerin manuell gebogen, gefaltet und geklebt wurden, bestehen. Ihren Werken liegt grundsätzlich ein Umformungsprozess von mehreren Arbeitsvorgängen zugrunde: Die plastischen Arbeiten dienen als Ausgangspunkt und werden abfotografiert. Danach werden die Fotografien durch manuelle Bearbeitung wieder zu Objekten. Endprodukt ist jeweils ein Unikat, welches sich zwischen der Zweidimensionalität von Fotografie und der Räumlichkeit von Objektkunst bewegt. Feser konstruiert eine neue Realität, die auch durch eine gezielte Lichtsetzung und daraus resultierender Schatten bestimmt wird – ein irritierendes Wahrnehmungsspiel zwischen Illusion und Wirklichkeit, Fläche und Tiefe, Abstraktion und Gegenständlichkeit. 

Karø Goldt präsentiert fünf Kurzexperimental-„Fotofilme“, die auf digital manipulierten Fotografien beruhen. Durch die Animation werden diese zu abstrakten Farbkompositionen von hoher Intensität und Sinnlichkeit, verdichtet durch begleitende Musik bzw. Geräusche. Immer sind gegenständliche Fotografien Ausgangspunkt des Umwandlungsprozesses – wie z.B. bei dem letzten einer Reihe von Pflanzenfilmen, roi d’olivier (2013), wo Fotos von Oliven und Olivenholz in deren elektronische Farbbestandteile zerlegt und auf eine vertikale, sich farblich ändernde, malerische Streifenkomposition reduziert wurden. In ihrem aktuellen Film the shortest day (2017) hat sie ihr Verfahren geändert; hier durchläuft sie den Prozess Abstraktion – Gegenständlichkeit – Abstraktion: Aus einem sich farblich verändernden Streifenbild entwickelt sich langsam ein Geäst mit Schnee, das wiederum in die Unschärfe/Abstraktion abgleitet, begleitet von Musik, die emotionale Zustände von Vergänglichkeit, Melancholie, aber auch Aufgewühltsein unterstützt. Am Ende des Films erscheint kurz das Gesicht der Künstlerin.

Anikó Robitz gibt in ihren Fotos, von denen hier verschiedene, mit Städtenamen titulierte Arbeiten bzw. Serien präsentiert werden, architektonische Details wieder, die jeweils auf klare geometrische Formen reduziert wurden. Robitz sucht nach verschiedenen Strukturen in Städten und in zeitgenössischer Architektur, die in ihren Fotos entweder deutlich sichtbar bleiben oder aber auch komplett verschwinden. Sie ist ebenso interessiert an der Auseinandersetzung mit Raum wie auch an den Proportionen der ausgewählten Details und des großen Ganzen, dem dieses Detail entnommen wurde. Dabei untersucht sie auch die Beziehung der Dinge zueinander, was die Wahrnehmung von Raum in einem anderen Licht erscheinen lassen kann. Bei den hervorgehobenen Details handelt es sich manchmal um die Wände von Hochhäusern, die im Vergleich zu den tatsächlichen Gebäudedimensionen jedoch klein sind. Ein anderes Mal sind es Vergrößerungen von Fragmenten, die in der Realität nur wenige Zentimeter groß sind. Die Fotos werden direkt beim Fotografieren komponiert und später nicht mehr verändert.

Julia Rohn beschäftigt sich in fotografischen und skulpturalen Arbeiten mit industriell gefertigten Alltagsprodukten und deren medialer Darstellung, die unsere Wahrnehmung, Verhalten und Emotionen bestimmen. Rohn stellt diese konkreten Produkte durch Abstraktion in einen neuen Zusammenhang. In der Ausstellung zeigt sie zum einen Fotografien (Waterfall und Cherry Kiss) von je zwei auf einen Bildträger geschüttete Flüssigseifen , die ineinander verflossen sind und an tachistische Werke erinnern. Diesen spontanen Entstehungsprozess sieht sie analog zum impulsiven Konsumverhalten und Marktstrategien, die auf unterbewusste Weise wirken. Zudem zeigt sie Fotografien und Objekte von Putzschwämmen (Long Life). Von ihrer ursprünglichen Funktionalität befreit, werden sie zu abstrakten, die Pop Art zitierenden Kunstwerken, die eine Diskussion über Farbe, Form, Struktur und Materialität ankurbeln und als ironisches Statement in Bezug auf unsere Konsumkultur zu lesen sind. 

Simon Perathoners Auseinandersetzung bewegt sich zwischen Kunst und Wissenschaft bzw. Technologie; er beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine sowie mit Fragen der Repräsentation in Bezug auf das Medium Fotografie. Seine Serie Fragmented Images besteht aus einzelnen Fotografien auf Karton – eine immer wiederkehrende Folge des gleichen, aus dem Zusammenhang gelösten, aber neuen Bildes. Die Methodik verweist auf ein technisches Gerät, das nicht richtig funktioniert. Die Vermenschlichung der Maschine durch Fehlerfunktionen wird hier umgedreht: Der Künstler stellt sich selbst als eine gestörte Maschine dar und simuliert diese, um einen vom Menschen kreierten, aber nicht immer verständlichen Mechanismus zu verstehen. Diese Umkehrung ist der Versuch, ein Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Maschine aufzuzeigen, um sich die Charakteristika der Maschine anzueignen und diese als Mensch wiederum neu zu interpretieren, neu zu lesen und als Bild darzustellen.

Petra Noll-Hammerstiel, im Namen des Kollektivs
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ABSTRACTIONS

MAGDA CSUTAK (RO/AT), CHRISTIANE FESER (DE), KARØ GOLDT (DE), SIMON PERATHONER (IT), ANIKÓ ROBITZ (HU), JULIA ROHN (AT)  

Opening: Monday, 12 June at 7 p.m.
Introduction: Petra Noll-Hammerstiel
Duration: 13 June – 15 July 2017
 
sponsored byBKA Kunst; MA7-Kultur; Cyberlab
 
The exhibiting artists are showing photo and film works in which they use set pieces of reality – including nature, everyday life, architecture, science and the human body (or pictures of them) – to achieve new pictorial results or realities by radically and rigorously abstracting and disassociating them. These then have the power of evoking unconscious feelings and associations in the viewer. During the abstraction process the artists engage with picture production, methods of (re)presentation and transformation processes, thus aesthetic translations of structure, form and colour. The concern here is, furthermore, with the fundamentals of seeing and perception and thus with material, light, space and time as well as extending the limits of representationalism. A number of the artists make close connections to other pictorial mediums, moving into three dimensions either spatially or by making use of abstract sounds and thus successfully charging the pictures with emotion.

Magda Csutak is involved in exploring the area between mathematics and art and is presenting a wall installation, 7:11 – Eine andere Art von Lichtbild [Another Kind of Photograph], that consists of seven ellipses and eleven rectangles made of wafer-thin porcelain shapes. Practically, the work can be understood as an equation written in binary. The two elements of the system, the ellipses and the rectangles, were made sensitive to light with a silver emulsion over their silicon base. Disembodied, quantified material, the photon, the minute light phenomenon is pivotal to Csutak’s pictorial language. In the picture construction of 7:11 the similarities of thought between art and mathematics is emphasised; the mathematics that examines self-created abstract structures for their inherent characteristics and patterns. It is a language that seeks entities and not a rhetorical and narrative one. Csutak strives to show material – in its decelerated, sublimated form – as an actor. They require a great deal of attention before they cease to be perceived as the most important component of our electronic nano-world.

Christiane Feser is showing photo objects from the series Partitionen [Partitions], aesthetic compositions consisting of different mostly geometric forms made of paper that are serially arranged, usually abstract and often repeated which the artist has manually bent, folded and glued. In general, her works are based on a process of transformation which employs a number of work procedures: the sculptural works serve as a starting point and are photographed. Thereafter the photographs are physically manipulated to become objects once more. So the end point is always a unique product that oscillates between the two dimensions of a photograph and the spatial qualities of an art object. Feser constructs a new reality that is also determined by a calculated use of light and the resulting shadows – a disconcerting game of perception between illusion and reality, surface and depth, abstraction and representationalism.

Karø Goldt is presenting five short experimental ‘photofilms’ that are based on digitally manipulated photographs. Animation turns these into abstract colour compositions of great intensity and sensuality and given added density with accompanying music or sounds. Representational photographs are always the starting point of the transformational process – as in the last of a series of plant films, roi d’olivier (2013), in which photos of olives and olive wood are deconstructed into their electronic colour components and reduced to a vertical, painterly striped composition that changes in colour. In her most recent film, the shortest day (2017), she changed her procedure and here goes through the process of abstraction – representationalism – abstraction. Branches with snow slowly develop out of the striped picture with changing colours only to segue again into unfocussed/abstraction accompanied by music that emphasises the emotional states of ephemerality and melancholy but also agitation. Towards the end of the film the artist’s face appears briefly.

In her photos Anikó Robitz reproduces architectonic details that have been reduced to clear geometric forms and is presenting here various works or series which bear the titles of cities. Robitz searches for various structures in cities and in contemporary architecture which either remain clearly visible in her photos or disappear entirely. She is just as interested in spatial entanglements as with the proportions of the selected details and the wholes from which the details have been taken. Here, she is also examining the relationship of things to each another which can also cause the perception of space to appear in another light. These accentuated details are sometimes the walls of high-rise buildings which, compared to the actual dimensions are, in fact, small. At other times they are enlargements of fragments which are only a few centimetres in size in reality. The photos are composed in the camera and are not changed in post-production.

In her photographic and sculptural works Julia Rohn is concerned with industrially produced everyday products and their depiction in the media so that they dictate our perception, behaviour and emotions. By creating degrees of abstraction of these concrete products Rohn places them in new contexts. In the exhibition she will be presenting photographs (Waterfall and Cherry Kiss) of respectively two liquid soaps poured onto picture supports, where they intermingle and remind of tachisme works. She considers this process of spontaneous creation as analogous to impulsive consumer behaviour and market strategies which work on an unconscious level. In addition, she will be presenting photographs and objects made of washing-up sponges (Long Life). Liberated from their original functionality they become abstract works which allude to Pop Art, generate a discussion about colour, form, structure and materials and can be read as an ironic statement about our consumer culture.

Simon Perathoner’s concerns lie between art and science (technology); he is dealing with the relationship of humans to machines as well as with issues of representation in relation to photography. His series, Fragmented Images, consists of individual photographs on card – a recurring consequence of the same, de-contextualised but new image. The method is a reference to a piece of technical equipment which does not work properly. Here, the humanisation of the machine because of its functional failure is turned around: the artist depicts himself as a dysfunctional machine and simulates it in order to understand the mechanism which, although it has been created by humans is not always intelligible. This reversal is an attempt to demonstrate an encounter of human and machine in order to appropriate the characteristics of the machine and, as a human being, to reinterpret, re-read and depict them in the form of an image.

Petra Noll-Hammerstiel, for the collective

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