Presse

VINCENT DELBROUCK
aus der Serie: "Maya (ou les baies sauvages)": Methylated spirit, 2015–2016 Mischtechnik, Abnutzungsspuren auf verbranntem C-Print; 44 x 29,5 cm Courtesy Stieglitz19 Gallery
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ASTRID BUSCH
aus: "all colors agree in the dark", 2015 Digitaldruck auf Stoff, Licht, Farbe auf Wand Ausstellungsansicht Kunsthaus Erfurt 2015
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CAROLINE HEIDER
"Wiener Werkstätte – 204265 (d’Ora-Benda-Serie)", 2017 Pigment-Print auf Papier, 130 x 100 cm
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HERBERT HOFER
"from edges to corners", 2016/2017 Analoger C-Print, 120 x 150 cm
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LILLY LULAY
Still aus:"_Liquid Portrait fbarchive19012016_", 2015 Video, 13:46 min., Ton, Loop
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PAUL ALBERT LEITNER
"Flag of Art", 2016 Collage/Kartonage, 21 x 29,7 cm
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SINTA WERNER
"Dekodierung der reflektierten Oberflächlichkeit", 2014 Collage, Holz, Glas, LED-Streifen, 202 x 188 cm
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ANNA VOGEL
"Ignifer V", 2012 Pigment-Print, MDF 26 x 36 cm
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NICOLÁS RUPCICH
Still aus: "EDF", 2013 HD-Video, Ton, 05:25 min.
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
Foto: Michael Michlmayr
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Kino
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Ausstellungsansicht Fotogalerie Wien Kino
Foto: Michael Michlmayr
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COLLAGE I

METHODE

10.08.2017
ASTRID BUSCH (DE), VINCENT DELBROUCK (BE), CAROLINE HEIDER (DE/AT),  HERBERT HOFER (AT), PAUL ALBERT LEITNER (AT), LILLY LULAY (DE),  NICOLÁS RUPCICH (CL/DE), ANNA VOGEL (DE), SINTA WERNER (DE)


Eröffnung: 
Montag, 4. September, 19.00 Uhr
Einführende Worte: Katharina Manojlović 
Dauer: 5.September - 14. Oktober 2017

sponsored by: BKA Kunst; MA7-Kultur; Cyberlab
Kooperationspartner: Galerie Stieglitz19, Antwerpen


Collage als Methode


Den revolutionärsten Moment in der Entwicklung der Malerei nannte der Dadaist und Dichter Tristan Tzara die Erfindung der Collage und meinte damit den fundamentalen Bruch mit etablierten Formen künstlerischer Repräsentation. In den die Collage bestimmenden technischen Verfahren, im Kleben (frz. coller), Kratzen, Schneiden, Reißen, Falten, Montieren, Assemblieren, Dekomponieren usw. steckt ein radikales Potential. Speisten sich die Papiers collés der Kubisten aus Gebrauchtem, Verworfenem und dem vermeintlich Banalen, umschwärmen uns heute die vielfach reproduzierten, reformatierten und reeditierten Kopien eines beständig anwachsenden digitalen Debris. Der aktuelle Schwerpunkt der Fotogalerie Wien präsentiert in vier Ausstellungen ein breites Spektrum an Methoden und Verfahrensweisen der Collage in der zeitgenössischen Foto- und Videokunst. Sichtbar werden dabei die erzählerischen und autopoetischen Stärken dieser Kunstform ebenso wie ihre Innovationskraft als grundlegender, gerade im Einsatz neuer Technologien oder in räumlich-skulpturalen Erweiterungen zutage tretender Wesenszug. Stets lenken die Bilderdrifts auch anarchische, von Zufall und Spiel getriebene Energien.

Die erste Ausstellung ist der Collage als künstlerischer Methode gewidmet. Ihr konsequenter Einsatz prägt das Werk der teilnehmenden KünstlerInnen. Was bedeuten die Kollisionen und Überlagerungen von Bildfragmenten für unsere Wahrnehmung? Wie wirken sich Eingriffe in das Trägermaterial eines Bildes auf seine Inhalte aus? In den gezeigten Arbeiten werden medienspezifische Eigenschaften der Fotografie auf die Spitze getrieben, Ordnungsprinzipien und Handhabungsweisen von Bildern, Nutzeroberflächen und Archiven werden offengelegt. Dabei sind Operationen des Übersetzens und Abstrahierens zentral: Übermalungen und Ritzungen der fotografischen Oberfläche entziehen Bildern ihre Reproduzierbarkeit; eingebaute Bildstörungen unterlaufen Effekte, die das fotografische Medium selbst hervorbringt, etwa seine Indexikalität und Transparenz. Die Installation unterschiedlicher Werkstoffe und Medien zu multiperspektivischen Assemblagen erweitert nicht nur gängige Vorstellungen von der Materialität der Fotografie, sondern auch deren Präsentationsformen: Werk und Umgebung beginnen einander zu unterwandern, wir BetrachterInnen werden Teil des Geschehens.


In Astrid Buschs Ausstellungsbeitrag, einem Ausschnitt aus der Installation all colors agree in the dark, überlagern sich unterschiedliche Elemente und Lichtprojektionen zu einer multimedialen Inszenierung, die in einen Dialog mit dem Ausstellungsort tritt und die BesucherInnen in neue Räume eintauchen lässt. Im Zentrum steht das Licht und seine Bedeutung für unsere Wahrnehmung von Raum, Form und Farbe. Für ihre Collagen arrangiert Busch unterschiedliche Materialien, darunter Versatzstücke aus Kunst und Alltag, zu leuchtenden Assemblagen, die sie anschließend fotografisch ins Bild setzt. Ein Schreiben mit Licht, das immersive Qualitäten entfaltet und zugleich die In-Szene-Setzung von Kunst reflektiert.

Vincent Delbroucks wild-bunte, anarchisch anmutende Wandcollagen und Bücher schöpfen aus dem intensiven Erleben von Orten und Landschaften ebenso wie aus Lektüren. In ihnen verbinden sich Bild- und Textfragmente persönlicher Obsessionen mit gefundenen Objekten und Fiktionen zu gemäldeartigen Erzählungen, deren Bindemittel die Farbe ist. Um Chaos, Unordnung und Weltfülle einzufangen, arrangiert Delbrouck seine Bilder zu rhizomartigen Konstellationen, die nicht linear lesbar sind, sondern traumartig, intuitiv und zyklisch funktionieren. Das „Ergebnis einer einfachen Auseinandersetzung mit einem Zustand der Verrücktheit … der Wirklichkeit ohne die üblichen Codes, Hierarchien, Raster …“ (Delbrouck).

In der Serie Wiener Werkstätte verarbeitet Caroline Heider Modeaufnahmen der 1920er-Jahre von Madame d’Ora (Dora Kallmus) und Arthur Benda. Durch Faltungen, Schnitte und andere, die Bildinformation verdeckende Eingriffe treten Bildoberfläche und -träger in ein Spannungsverhältnis. In den Fokus gelangt das vormals Nicht-Sichtbare, Ausgeblendete, wie etwa Ausschnittsmarkierungen auf dem Negativ. Während der Modellkörper verschwindet, wird jener des Bildes sichtbar: Irritationen, die ritualisierte Blickregime stören und den Akt der Bildbetrachtung bewusst erfahrbar machen. In Heiders performativen Faltungen überformen – wie in den ursprünglichen Motiven, den Reformkleidern der Wiener Werkstätte – innovative Schnitte überkommene Repräsentationen und dekorative Muster.

Die Arbeiten Herbert Hofers untersuchen unter Berücksichtigung spezifischer Eigenschaften des fotografischen Mediums und Materials die Bedingungen und Möglichkeiten von Wahrnehmung, Erinnerung und Erkenntnis. In einem ausschließlich analogen Verfahren wird der Abbildung eines Gegenstandes seine invertierte und zugleich gestürzte oder gespiegelte Doppelung hinzugefügt, indem die zumeist identen Aufnahmen eines Farbnegativfilms einerseits und eines Diapositivfilms andererseits aufeinander geklebt werden; dieses „Sandwich“ wird dann im Labor vergrößert. Die so entstandenen Bilder mögen realen Vorbildern ähneln, durch die Überlagerung einander zuwiderlaufender Perspektiven verweigern sie sich aber eindeutigen Lesarten und entziehen sich zudem der Erinnerbarkeit.

Als „Anhänger der Alles-hat-mit-Allem-zu-tun-Theorie“, der „Ausschweifung und Papier“ liebt, bezeichnet sich Paul Albert Leitner. Kein Motiv, das es nicht gibt im über gut dreißig Jahre angewachsenen Oeuvre des Flaneurs und Sammlers von Fotofundstücken, welches bei aller Universalität eine unverwechselbar subjektive Bildsprache auszeichnet. Betitelt, datiert und mit Film- und Bildnummern versehen, erinnern Leitners Collagen-Stillleben an Karteikarten. Sie präsentieren die auf Karton geklebten Fotografien als Teil eines universellen Bezugssystems, das einen stetig anwachsenden Fundus neuer Bezüge und Möglichkeiten birgt: eine Art archivarischer Weltaneignung, die das interpretierende Auswählen und Ordnen der Bilderfülle ebenso ausmacht wie der Akt des Fotografierens selbst.

Lilly Lulays Interesse gilt der Fotografie als Kulturtechnik und Alltagsware, insbesondere ihrer Rolle in der Produktion und Dokumentation von Erinnerung und sozialen Praktiken. Ihre Arbeit speist sich deshalb zumeist aus privaten Quellen und Archiven. Ausgangsmaterial der Arbeit _Liquid Portrait fbarchive19012016_, die aus einer Skulptur und einer bewegten Assemblage besteht, ist der visuelle Inhalt eines facebook-Accounts. Die Prints der ursprünglich digitalen Dateien hat Lulay einer manuellen Postproduktion unterzogen, indem sie sie mithilfe eines Skalpells zerlegt hat. Im Video sehen wir zu, wie das, womit die Ökonomie der Aufmerksamkeit sozialer Netzwerke beständig gefüttert werden will, Schicht für Schicht wieder abgetragen wird. Das Material bilden die Silhouetten und Bildhintergründe der ausgeschnittenen Objekte und Personen. Dabei entstehen malerisch-skulpturale Gebilde, die, kaum gesehen, auch schon wieder aus dem Blick geraten.


Im Fokus der Arbeit des chilenischen Künstlers Nicolás Rupcich stehen die Produktionsmittel und materiellen Bedingungen der digitalen Medien unserer Zeit und die Frage, wie sie Gesellschaft und Wahrnehmung prägen. In der Videoarbeit EDF erblicken wir Landschaften aus dem Torres del Paine National Park in Patagonien, Chile. Während wir sie betrachten, sehen wir zugleich ihrer Auslöschung zu. Objekte, die wie fremdartige Monolithe wirken, schieben sich bedrohlich ins Bild und verstellen unseren Blick. Eine „fade to black“-Transformation, die sich dadurch auszeichnet, dass die Zeichen der Tilgung sich ins Bild einschreiben, indem sie Räumlichkeit simulieren: Der Löschvorgang wird Teil der bildlichen Realität.

Wann ist eine Fotografie noch eine Fotografie? Für ihre Serie Ignifer hat Anna Vogel die in Nachrichtenbildern zu sehenden Löschflugzeuge mithilfe digitaler Bildbearbeitungstechniken entfernt. Übrig bleiben Wolkenformationen, die rätselhaft im Bild schweben und dabei surreal wirken. Anfangs vornehmlich aus dem eigenen Archiv schöpfend, verwendet die Künstlerin zunehmend Fundstücke aus dem Internet – oft Klischees: vielmals gesehene Ansichten, die auf adoptierten Denkmustern und Sehweisen basieren. Eine Art sehnsüchtige „Platzhalter“, deren Leerstellen Vogel durch Eingriffe ins Material, Übermalungen oder Ritzungen etwa, auffüllt und Fotos so in Unikate umarbeitet, die sich der Reproduzierbarkeit entziehen.

Sinta Werners Arbeiten setzen häufig bei Transformationsprozessen an, etwa von dreidimensionalen in zweidimensionale Strukturen und umgekehrt. Die Künstlerin untersucht, wie Räumlichkeit im Bild entsteht, dabei werden die Realitätseffekte des fotografischen Mediums hintertrieben. In Dekodierung der reflektierten Oberflächlichkeit wird ein digitales Bildbearbeitungstool, das Polygon-Lasso aus Photoshop, zur LED-Skulptur. Als deren Grundlage dient eine Fotoarbeit, die den geometrischen Rhythmus einer Fassade durch Faltungen wiederholt. Erneut fotografiert, gedruckt und nochmals in Falten gelegt, überziehen irritierende Schatten den Bildinhalt. Die Serie Von Strömungen und Störungen legt anhand von Ansichten ikonischer Bauten kulturelle Sehweisen offen, indem Strukturen dem Bildträger eingeschrieben werden und Bildstörungen die Repräsentationsfunktion von Fotografien durchkreuzen.

Katharina Manojlovic
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COLLAGE I - METHOD

Opening: Monday, 4 September at 7 p.m.
Introduction:
Katharina Manojlović
Duration: 5.September - 14. October 2017

sponsored by: BKA Kunst; MA7-Kultur; Cyberlab
cooperation with: Galerie Stieglitz19, Antwerp
 
Dadaist and poet Tristan Tzara called the invention of the collage the most revolutionary moment in the development of painting and meant by that the fundamental break with established forms of artistic representation that it symbolised. Implicit to the technical processes of what comprises collage — gluing  (Fr. coller), scratching, cutting, tearing, folding, mounting, assembling and de-composing etc. is the potential for radicality. While the papiers collés of the Cubists drew their sustenance from used, discarded and apparently banal sources, we are surrounded today with multiply reproduced, re-formatted and re-edited copies of constantly accumulating digital debris. The current focus of the Fotogalerie Wien will present four exhibitions and includes a wide spectrum of methods and processes used in collage in contemporary photo and video art. This renders the narrative and autopoietic strengths of this art form visible along with its innovatory energy as one of its fundamental and most evident characteristics, especially in relation to new technologies or spatial and sculptural expansions. The drift of the images is also always guided by energies that are anarchistic, driven by chance and play.
 
The first exhibition is dedicated to collage as an artistic method. Its consistent use is characteristic of the work of the participating artists. What do the collisions and layers of fragmentary images mean for our perception? How do interventions to the underlying materiality of the picture effect its contents?  In the works that are being shown media-specific qualities of photography are taken to the extreme, principles of order and ways of handling pictures, user interfaces and archives are disclosed. Operations such as translation and abstraction are central here: over-painting and scoring of the photographic images distance them from their reproducibility; in-built picture interference subverts effects that the photographic medium itself generates, its indexicality and transparency, for example. The installation of various material and mediums as multi-perspective assemblages, not only expand the generally accepted notion of the photographic materiality but also its presentational form: the work and its surroundings begin to subvert one another; as viewers we become a part of events.
 
In Astrid Busch’s contribution to the exhibition, an excerpt from the installation all colors agree in the dark, different elements and light projections overlap to form a multimedia production that enters into a dialogue with the exhibition architecture and enables viewers access to new spaces. Light and its meaning for our perception of space, form and colour lies at the core. For her collages Busch arranges various materials including set pieces from art and everyday life to illuminated assemblages which she then images photographically. It is this writing with light that unfolds immersive qualities while reflecting on the staging of art at the same time.
 
Vincent Delbrouck’s wildly colourful, seemingly anarchistic wall collages and books draw on the intense experiences of place and landscapes as well as from reading. They bring together image and text fragments relating to personal obsessions with found objects and fictions to form painting-like narratives bound together by colour. In order to capture chaos, disorder and abundance, Delbrouck arranges his pictures in rhizome-like constellations that cannot be read in a linear way but function in the manner of dreams, intuitions and cycles. The ‘result of a simple involvement with the state of being crazy ... reality without the usual codes, hierarchies, reference grids ...’ (Delbrouck).
 
In the Wiener Werkstätte series Caroline Heider works with fashion photos from the 1920s by Madame d’Ora (Dora Kallmus) and Arthur Benda. By folding, cutting and other pictorial information-obscuring interventions, the picture surface and support are involved in a tense relationship. The focus arrives at what was previously invisible or ignored such as the crop markings on the negative. While the model’s body disappears, that of the image becomes visible: irritations that disrupt the ritualised scopic regime and make the act of picture viewing into a conscious experience. As in the original motifs – the Wiener Werkstätte reform dresses – Heider’s performative folds are turned into innovative ‘edits’ of traditional representations and decorative patterns.
 
Herbert Hofer’s works examine the conditions and possibilities of perception, memory and knowledge by taking into account the specific qualities of the medium and material of photography. In a fully analogue process the image of an object has an inverted, flipped 180° or mirrored version added to it, usually by taking the identical shot on colour negative film and a slide and gluing them together. This ‘sandwich’ is then processed in the laboratory. The resulting images may approximate their real models but because of the layering of the two conflicting perspectives they resist any unequivocal reading and evade associations with memory.
 
Paul Albert Leitner declares himself a ‘proponent of the theory that everything has to do with everything else’ and someone who ‘loves digression and paper’. There is no motif that has not featured in the over thirty-year oeuvre of this flaneur and collector of found photographs which, despite its universality, distinguishes itself by an unmistakeably subjective pictorial language. Given titles, dated and ascribed film and picture numbers, Leitner’s collaged still lifes are reminiscent of file cards. They present the photographs that are affixed to card as part of a universal reference system that contains a continuously expanding pool of new references and possibilities, a kind of archival appropriation of the world in which the selection and ordering of the abundance of images is as important as the act of photographing itself.
 
Lilly Lulay’s interest is in photography as a cultural skill and item of everyday merchandise and, in particular, in its role in the production and documentation of memory and social practices. For that reason her work usually draws on private sources and archives. The originating material for _Liquid Portrait fbarchive19012016_ which consists of a sculpture and a moving assemblage, is the visual content of a Facebook account. Lulay subjected the prints of the original digital file to a manual post production process by sectioning them with a scalpel. In the video we follow how the material with which the economy of attention of social networks demands to be fed is removed, layer after layer. The material is provided by the  silhouettes and picture backgrounds of the cut out objects and people. The result creates painterly and sculptural entities which vanish from our view almost immediately they come into sight.
 
The focus of Chilean artist Nicolás Rupcich’s work is the means of production and material conditions of the digital mediums of our time and engages with the question as to how they affect our society and perception. In the video EDF, we see landscapes in the Torres del Paine National Park in Patagonia, Chile. As we watch we also witness their obliteration. Objects that appear to be strange monoliths push threateningly into the image and obscure our view. A fade-to-black transition that is characterised by the signs of the eradication being inscribed into the image by simulating three-dimensional space: the process of erasure becomes part of the pictorial reality.
 
When is a photograph still a photograph? For her series, IgniferAnna Vogel removed the water bomber aircraft from news pictures using digital image processing, leaving cloud formations that float enigmatically in the image and convey a surreal feeling. Initially the artist used images from her own archive but has increasingly been making use of material found in the internet – often clichés: views that are ubiquitous and based on adopted patterns of thought and seeing. A sort of wistful placeholder, the empty space of which are filled by Vogel by intervening in the material, over-painting or incising, for example, thus reworking the photos into unique works that resist reproducibility.
 
Sinta Werner’s works are often generated by processes of transformation such as that from three-dimensional to two-dimensional structures and vice versa. The artist examines how space in images is created; the reality effect of the photographic medium is though thwarted. In Dekodierung der reflektierten Oberflächlichkeit [Decoding Reflected Superficiality] a Photoshop digital image-processing tool, the polygon lasso, becomes LED sculpture.  A photo that repeats the geometric rhythm of a façade in folds serves as the basis. Photographed again, printed and once again folded, the pictorial content is covered with irritating shadows. The series, Von Strömungen und Störungen [Of Currents and Interferences] uses views of iconic buildings to reveal cultural modes of perception by inscribing structures into the picture medium and picture interference counteract the representational function of photography.
 
 

Katharina Manojlovic

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