2007

Bilder

PROVOKATION? III Jahrgang: 2007,
PROVOKATION? III
TäterIn
BILDER Nr. 225
Eröffnung: Montag, 17. Dezember um 19.00 Uhr
Einleitende Worte: Juliane Feldhoffer

Weihnachtsferien: 23. 12. 07 - 7. 1. 08

sponsored by: BMUK, MA7-Kultur, Cyberlab

PROVOKATION? III – TäterIn


Der diesjährige Themenschwerpunkt der Fotogalerie Wien PROVOKATION? stellt die Frage nach dem inhaltlichen wie formalen Reiz- und Provokationspotential zeitgenössischer künstlerischer Positionen und versucht ihr anhand dreier Ausstellungen nachzugehen.
Nach der Einzelpräsentation des Künstlers Michael Janiszewski und einer Gruppenausstellung zum Thema, ist die letzte Ausstellung zum Jahresschwerpunkt 2007 eine die gesamte Ausstellungsfläche bespielende multimediale Installation der in Wien lebenden Künstlerin Katrina Daschner.

Daschners künstlerische Auseinandersetzung dreht sich sehr häufig um Fragen rund um das Thema Identität – vor allem aus der Perspektive von weiblichen und darin vorrangig queeren Selbstentwürfen und dem konstanten Aufbrechen von stereotypen Zuschreibungen.

In der aktuellen Ausstellung führt sie diese Auseinandersetzung anhand eines sehr sensiblen und weitgehend tabuisierten Bereichs, der (sexualisierten) Gewalt innerhalb von sozialen Näheverhältnissen, fort.

Ausgehend von dem Theaterstück „Täter“ von Thomas Jonigk, das 1999 am Hamburger Schauspielhaus uraufgeführt wurde, inszeniert Daschner mit ihrer Arbeit „TäterIn“ den Ausstellungsraum zu einer, wie sie es formuliert, „labyrinthartigen Raumkonstellation“.
Jonigks Stück handelt in brutaler Deutlichkeit von der Gewalt innerhalb familiärer Strukturen und den damit einhergehenden Machtmechanismen.
Die Jugendlichen Petra und Paul, Opfer solcher Gewaltformen, lernen sich kennen und werden zu gegenseitigen LebensretterInnen und in der Folge zu HilfestellerInnen im Realisieren und Artikulieren der eigenen Verletzungen und dem notwendigen wie schwierigen Aufbegehren.

Daschner setzt Jonigks verbaler Klarheit eine monochrome und formal weitgehend reduzierte Bild- und damit Narrationswelt gegenüber.
Die Aneignung und Transformation einzelner Textfragmente sowie das ganze Stück durchziehender Narrationslinien in Fotografien, Soundcollagen, Stickereien etc. versucht einerseits, sich diesem komplexen Thema anhand unterschiedlicher Qualitäten zu nähern und gleichzeitig die Problematik der Auslagerung solcher Erfahrungen hervor zu kehren.

Die Künstlerin verweigert sich in diesen Arbeiten ganz bewusst einer personifizierten Bildsprache und konfrontiert die BetrachterInnen damit, die entstandenen Leerstellen mit der eigenen Bildwelt füllen zu müssen.

ORTE MIT GESCHICHTE Jahrgang: 2007,
ORTE MIT GESCHICHTE
BILDER Nr. 224
Ausstellungsdauer: 13. November - 12. Dezember 2007
Eröffnung: Montag, 12. November um 19.00 Uhr

sponsored by: BMUK, MA7-Kultur, Cyberlab , Foto Leutner, Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung

ORTE MIT GESCHICHTE
In den fünf versammelten Beiträgen wird die Frage nach der Geschichtseinschreibung in Orte und Landschaften - und damit verbunden deren gesellschaftliche und politische Bedeutung gestellt.
Individuelle Phänomene werden dabei eher ausgeklammert und vielmehr ein kollektives Bewusstsein zum Ort und dessen Historie thematisiert.


Tatiana Lecomte, sowie Ernst Logar beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit Ereignissen zum Nationalsozialismus in Österreich.
Seit 2005 untersucht Tatiana Lecomte Landschaften die sich in unmittelbarer Nähe ehemaliger Konzentrationslager befinden und stellt die Frage nach der Darstellbarkeit von Vergangenem, der Möglichkeit Nichtsichtbares sichtbar zu machen und einer möglichen "Mittäterschaft" der Landschaft.
In ihrer neuen Arbeit Zement, 2006 geht sie einen radikalen Schritt weiter: Sichtbarmachung durch Auslöschung.

In Ernst Logars Arbeit Feliferhof, 2004 steht die Landschaft - eine ehemalige K.& K., spätere NS und heute vom österreichischen Bundesheere benutzte Schießübungsstätte, die von 1941-45 als Hinrichtungsstätte durch Erschießen diente und auf der Leichen in einem Massengrab verscharrt wurden - in Diskurs mit Recherche- und Dokumentationsarbeit. Wie ging und geht man mit so einem Ort und seiner bedrückenden Geschichte um? Auslöser für Logars spezielles Interesse, war die späte Enthüllung der Ermordung seines Großvaters am Feliferhof.

Eine andere Art von Geschichtsbeleuchtung steht bei Leo Fabrizio im Vordergrund. Es ist die Geschichte der Schweiz - ihrer langjährigen Demokratie, Unabhängigkeit und Neutralität - und damit verbunden der Auftrag an die Eidgenossen diese Werte zu verteidigen, zu schützen, sowie Schutzräume - Bunker einzurichten. Fabrizios Serie Bunkers, 1999-2004 fokussiert speziell die militärischen Bunkeranlagen. Fast ein Suchspiel - getarnt in unterschiedlichster fast theatralischer Weise - verschmelzen sie mit der Landschaft oder mit lokaltypischen Gebäuden und sind fast nicht mehr ausmachbar.

In den Beiträgen von David Adam und Daniel & Geo Fuchs geht es um die jüngere Geschichte Deutschlands, um die ehemalige DDR. Kurioses und Bedrückendes bringen die KünstlerInnen ans "Licht".
In der Arbeit Belohnungsraum, 2003 beleuchtet David Adam ein gängiges Mittel der Kontrolle in der ehemaligen DDR - die Bespitzelung. Gefängnisinsassen wurden beispielsweise zur Belohnung für ihre Spitzeltätigkeit auf einige Tage oder Wochen in so genannten Begünstigungszellen zu wesentlich besseren Haftbedingungen untergebracht. Die Räume glichen eher Hotelzimmern mit Komfort als Gefängniszellen. Adam verquickt diese historische Komponente mit Ansichten zeitgenössischer Räume zu einer Art Werbekampagne für "Belohnungsräume".

Daniel & Geo Fuchs arbeiten seit 2004 an dem Projekt STASI - secret rooms, für das sie 15 Jahre nach dem Mauerfall Räume und Orte des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR fotografieren. Die perfekt, zentralperspektivisch und distanziert fotografierten Räume die man bis dato nicht zu Gesicht bekam, beklemmen und lassen das Ausmaß des DDR-Machtapparates erahnen. Zeichen und Symbole umbarmherziger Verfolgung und Unterdrückung, von Macht und Machtlosigkeit sind hier archiviert.

KUNSTAUSTAUSCH CHILE / VALPARAISO – ÖSTERREICH / WIEN Jahrgang: 2007,
KUNSTAUSTAUSCH CHILE / VALPARAISO – ÖSTERREICH / WIEN
NO DUMPING
BILDER Nr. 223

CHILENISCHE KÜNSTLER/INNEN ZU GAST IN DER FOTOGALERIE WIEN

Eröffnung: 8. Oktober 2007, 19.00
Einleitende Worte: Carla Bobadilla, Künstlerin und Kuratorin und Dr. Milenko Skoknic, chilenischer Botschafter in Österreich

F O T O G A L E R I E W I E N
Währinger Straße 59/WUK, 1090 Wien
DI-FR 14.00-19.00 Uhr, SA 10.00-14.00 Uhr


NO DUMPING
Ausstellungskonzept: Vanessa Vásquez Grimaldi, Kuratorin und Direktorin der galeria de artes visuales h-10 / Valparaíso

Dumping ist eine kommerzielle Praxis, die das Verkaufen von Gütern zu künstlich niedrigen Preisen definiert, mit dem Ziel, Konkurrenten im Wettbewerb zu übervorteilen und eine erweiterte Kontrolle über den Markt zu erlangen.
Um lateinamerikanische Kunst und chilenische Kunst im Speziellen zu definieren, wird das Konzept Dumping als Ausgangspunkt gewählt. Dies erlaubt die Erarbeitung einer These über die Möglichkeiten lateinamerikanischer Kunst, weit entfernt von tropischen oder exotisch historischen Vorstellungen, hin zu einer Produktion nahe des aktuellen Prozesses der globalen Kommerzialisierung von Gütern und Dienstleistungen, in der die Kunst mit ihren eigenen Regeln an einem kulturellen Industriemarkt antritt und arbeitet.
Die h-10 Galerie hat 9 chilenische KünstlerInnen ausgewählt, in deren Arbeiten Fotografie formal und/oder konzeptuell als zentrales Element verwendet oder manipuliert wird. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Einbindung dokumentarischer Elemente, die sich mit der Beobachtung lokaler Identitäten befassen.
Mit der Auswahl dieser KünstlerInnen möchte die h-10 Galerie eine zeitgenössische Kunstproduktion präsentieren, die sich mit der lateinamerikanische Identität wie auch der Rolle der Kunst im Kontext eines Landes auseinandersetzt, das auf ein Modell der Warenausfuhr als zentrales Wirtschaftsziel baut.

KUNSTAUSTAUSCH ÖSTERREICH / WIEN - CHILE / VALPARAISO (Teil 2)

DIALOG


Iris Andraschek / Hubert Blanz / Birgit Graschopf / Georg Petermichl
Jutta Strohmaier / Eva Würdinger


ÖSTERREICHISCHE KÜNSTLER/INNEN ZU GAST IN DER GALERIE H-10, GALERIE PUNTANGELES UND IM D.U.C.

Ausstellungsdauer: 25. Oktober - 18. November 2007
Eröffnung: 24. Oktober 2007, 19.00
Einleitende Worte: Vanessa Vásquez Grimaldi, Kuratorin der Ausstellung No Dumping, Leiterin der galeria h-10, Valparaiso
und Dr. Wolfgang Angerholzer, Österreichischer Botschafter, Santiago de Chile

Begleitprogramme
24.10.07 Eröffnungsrundgang mit Einführungen der KünstlerInnen zu ihren Arbeiten.
25.10.07 Universität Playa Ancha / Galerie Puntangeles: Vortrag und Videoscreening FOTOGALERIE WIEN und Fotoinstitutionen in Österreich - Susanne Gamauf und Judith Pichlmüller / Impulsreferate und Diskussion mit Birgit Graschopf, Georg Petermichl, StudentInnen der Fotoabteilung der Universität Playa Ancha und Michael Jones, Prof. für künstlerische Fotografie, über Ausbildungs- und Vermittlungspraktiken in Wien und Valparaíso.

Übernahme und Erweiterung der Ausstellung DIALOG:
GALERIE LA FACTORIA, Santiago de Chile
Ausstellungsdauer: 12. - 31. Dezember, 2007
Eröffnung: 11. Dezember, 2007


sponsored by:
BMUK, Cyberlab, NÖ-Kultur, Österreichische Botschaft / Santiago de Chile, Akademie der bildenden Künste, Universität für angewandte Kunst

DIALOG
Angeregt durch das Angebot der Ausstellung NO DUMPING - Zeitgenössische chilenische Kunst (Fotografie, Video, Installation) von Vanessa Vásquez Grimaldi, Künstlerin und Leiterin der Galerie h10 in Valparaiso und dem Kontakt zu Carla Bobadilla, einer chilenischen Künstlerin und Kuratorin, die in Wien lebt und bereits einige Präsentationen österreichischer KünstlerInnen in Valparaiso durchgeführt hat, entschied sich das Kollektiv der FOTOGALERIE WIEN zur Durchführung eines Kunstaustausches mit Chile / Valparaiso.
Chile - ein Land im Aufbruch, in Veränderung - sowohl gesellschaftlich, politisch wie auch ökonomisch, eine Kunstszene im Wandel - Goldgräberstimmung!
Valparaiso ist nicht die Hauptstadt Santiago, aber eine Stadt mit einer lebendigen Kunstszene, die vor allem durch einige Privatinitiativen wie DUC, oder der Galerie h10, aber auch einem sehr engagiertem Fotoclub und die Tatsache, dass man an der Universität seit vielen Jahren künstlerische Fotografie unterrichtet, geprägt ist.
Das Bedürfnis nach Austausch, Kommunikation, Vermittlung betreffend dem eigenen Kunstschaffen mit KünstlerInnen und Institutionen von außen, ähnelt in etwa der Aufbruchstimmung Anfang der 1980er Jahre in Österreich im Bereich künstlerischer Fotografie.
Das Kollektiv der FOTOGALERIE WIEN gab der Dreifachpräsentation österreicherischer KünstlerInnen in Valparaiso den Titel DIALOG, da die Auswahl der KünstlerInnen und deren Arbeiten speziell in Hinblick auf die Programmatiken der Ausstellungsorte getroffen wurde (inhaltlicher, gedanklicher und auch örtlicher Dialog). Außerdem hat bereits mit Beginn der Erarbeitung des Austausches ein soziokultureller Dialog, der Unterschiede in der Herangehensweise an ein solches Projekt zum Vorschein bringt, begonnen.
Und nicht zuletzt - der Dialog über die präsentierte Kunst, der vor Ort statt finden wird!

PROVVOKATION? II Jahrgang: 2007,
PROVVOKATION? II
Unterschiedliche Aspekte von Provokation
BILDER Nr. 222
Eröffnung: Montag, 3. September um 19.00 Uhr
Einleitende Worte: Juliane Feldhoffer

Begleitprogramm: Dienstag, 18. September um 19.00 Uhr
Werkstattgespräch und Diskussion mit Roberta Lima

Empfehlung: Diese Ausstellung ist für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.



Der diesjährige Themenschwerpunkt der Fotogalerie Wien PROVOKATION? stellt die Frage nach dem inhaltlichen wie formalen Reiz- und Provokationspotential zeitgenössischer künstlerischer Positionen und versucht ihr anhand dreier Ausstellungen nachzugehen.
An die Einzelpräsentation des Künstlers Michael Janiszewski anschließend, werden in der zweiten Ausstellung sechs KünstlerInnen zum Thema präsentiert.
Alle Positionen kreisen in unterschiedlichen inhaltlichen Bereichen und mit verschiedensten Mitteln um das Verhältnis von Macht und Ohnmacht. Auf teilweise schockierende und radikal unmittelbare Art werden die BetrachterInnen herausgefordert sich dieser Auseinander-setzung zu stellen.

 

 

In den Foto- und Videoarbeiten von Roberta Lima und Giovanna Torresin spielt der eigene Körper die zentrale Rolle.
Roberta Lima macht ihren Körper real zum Ort atemberaubender Experimente, die gesellschaftliche Disziplinierungsmaßnahmen wie geschlechterspezifische Normierungen in eine paradoxe Vermengung aus ästhetischer Inszenierung und physischem Schmerz übersetzen.

Torresin dagegen manipuliert mittels digitaler Medien ihren Körper, überzieht ihn mit Rüstungen wie eine zweite Haut. Ihre Madonnenserie spielt auf unser westlich-religiös konnotiertes Mutter-Kind Verhältnis an. Die Harnische demonstrieren innere weibliche Stärke und stellen ebenso Assoziationen zu weiblicher Verhüllung in anderen Religionen - mit den Themen von Unterdrückung, Schutz oder Behauptung - in den Raum.

In ihrer Videoaktion unternimmt Judith Pichlmüller ebenfalls einen Selbstversuch.
Sie zertritt Kakerlaken mit ihrem Stöckelschuh und stellt sich und uns - auch aus dem genderspezifischen Blickwinkel - die Frage nach dem alltäglich vorhandenen und kollektiven Potential aggressiver Handlungen, und daran anschließend nach TäterInnenschaft und Schuldzuweisung in Ausnahmesituationen.

Die Videoarbeiten von Oliver Pietsch kreisen ebenfalls um Themen wie Tod und Gewalt, die hier aber nicht durch ein Individuum dargestellt werden, sondern anhand des massenmedialen Kollektivs des Films formuliert werden. Pietsch dekontextualisiert eine Vielzahl von Filmsequenzen zu Themen wie Suizid oder Gewalt an Frauen, indem er die herausgelösten Momente auf die "Aktion" hin verdichtet hintereinander reiht.

Adel Abdessemed fokussiert unseren Blick in der zu sehenden Arbeit auf das Töten in der Tierwelt, als Metapher für das Töten an sich, wie für die Brutalität und Ungerechtigkeit bestehender gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Der Künstler führt die sprichwörtliche Formulierung vom Spiel von Katz und Maus an seinen konkreten Ursprung zurück.

Ausgangspunkt und Zentrum der Arbeiten von Sergey Bratkov ist das Changieren zwischen Fiktion und Realität, zwischen Erinnerung jüngster Vergangenheit und Vorhersage naher Zukunft - er ist ein Archäologe des Grotesken. Seine Arbeiten sind Chroniken des Todes und der Korruption visueller Kultur.

WERKSCHAU XII – GOTTFRIED BECHTOLD Jahrgang: 2007,
WERKSCHAU XII – GOTTFRIED BECHTOLD
Arbeiten 1970 - 2007
BILDER Nr. 221

Eröffnung: Montag, 18. Juni um 19.00 Uhr
Werkstattgespräch Gottfried Bechtold: Dienstag, 17. Juli um 19.00 Uhr

WERKSCHAU XII ist die Fortsetzung der seit 12 Jahren jährlich stattfindenden Ausstellungs-
reihe der FOTOGALERIE WIEN, welche zeitgenössische KünstlerInnen präsentiert, die wesentlich zur Entwicklung der künstlerischen Fotografie in Österreich beigetragen haben.
In diesem Jahr ist sie dem fast 40jährigen künstlerischen Schaffen des Vorarlberger Künstlers Gottfried Bechtold gewidmet.


Gottfried Bechtold ist eine der herausragendsten und vielfältigsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Er arbeitet multimedial und interdisziplinär. Sein Hauptinteresse gilt jedoch dem erweiterten Skulpturenbegriff, der sich gedanklich auch in seinen Foto- und Video/Filmarbeiten manifestiert.

WERKSCHAU XII konzentriert sich auf 3 Werkblöcke und eine neue installative Arbeit des Künstlers.
Es werden Bechtolds "Bild im Bild" Fotoarbeiten aus mehreren Jahren, wie zum Beispiel Fazilet, seine "Reisebilder" Standbilder aus 1971/2001 und im Kino "Fotofilme" präsentiert.

Im kleinen Ausstellungsraum wird Bechtolds neue Arbeit, Der vekehrte Blick - eine Installation mit Kameras auf stativähnlichen Gestellen und mit Texttafeln, gezeigt.
Die Kamera als auratisches Objekt - die Zeitzeugin.
Der Apparat als "Auslöser" von Bildern im zweifachen Sinn: den physikalisch wahrnehmbaren und den inneren Bildern. Es genügen die an ihre Zeit gebundenen Gadgets um diese für den/die BetrachterIn zu evozieren.

In Bechtolds neuer Arbeit spielen, wie auch in seinen früheren fotografischen und filmischen Arbeiten, die Befragung zeitlich-räumlicher Dimensionen, das Wechselspiel zwischen konzeptuellen und dokumentarischen Vorgangsweisen, unterschiedlichen Realitätsebenen und der Auseinandersetzung mit haptisch-sinnlichen Wahrnehmungen, eine wesentliche Rolle.

 

Zur Ausstellung WERKSCHAU XII erscheint:


WERKSCHAU XII - GOTTFRIED BECHTOLD - ARBEITEN 1970-2007
Fotobuch Nr. 38/2007. Hg.: FOTOGALERIE WIEN

Texte von Robert Fleck, Hubert Matt, Sylvia Taraba
A4, 40 Seiten, zahlreiche Farb- und s/w - Abbildungen, dt./engl.
Preis: € 11,-

WERKSCHAU-EDITION Nr. 6, FOTOGALERIE WIEN
Gottfried Bechtold: "Fingernägelschneiden", 1973
Pigmentdruck auf Büttenpapier (Hahnemühle/Fotorack/Ultrachrome)
Bildformat: 30 x 30 cm (Blatt 35 x 35 cm)
Auflage: 30, handsigniert und fortlaufend nummeriert.
Preis: € 200,-

PROVOKATION? I Jahrgang: 2007,
PROVOKATION? I
Gesellschaftliche Verweigerung
BILDER Nr. 220
Eröffnung: Montag, 7. Mai um 19.00 Uhr
Einleitende Worte: Juliane Feldhoffer / Lesung: Michael Janiszewski

PROVOKATION? I - Gesellschaftliche Verweigerung

Der diesjährige Themenschwerpunkt der Fotogalerie Wien PROVOKATION? stellt die Frage nach dem inhaltlichen wie formalen Reiz- und Provokationspotential zeitgenössischer künstlerischer Positionen und versucht ihr anhand dreier Ausstellungen nachzugehen.


Die erste Präsentation zu dieser Themenreihe ist eine Werkschau des deutschen Fotokünstlers Michael Janiszewski.
Janiszewski arbeitet seit Beginn der 90er Jahre mit inszenierter Fotografie. Die durchgängig skurrilen Bildanordnungen, die er in amateurhaft und dadurch sehr privat anmutender Weise mit einer Kleinbildkamera auf Papier bannt, scheinen auf den ersten Blick das heimliche Ausleben einer von der Öffentlichkeit missbilligten Selbstbestimmung zum Ausgangspunkt zu haben.
Gesellschaftlichen, politischen und religiösen Normen, die den Außenraum reglementieren, setzt Janiszewski ein irritierendes Innenleben gegenüber. Der darin agierende Protagonist, der sich in unterschiedlichen grotesken Rollen immer wieder zu verlieren droht, wird aber gleichzeitig als entblößender Zerrspiegel der öffentlich-ordnenden Gegenseite erkennbar.
Es sind (alb)traumhafte Szenerien, die Janiszewski zum Leben erweckt, und gerade deshalb auf sehr reiz-volle Weise nie gänzlich greifbar werden lässt
Räumliche Visionen Jahrgang: 2007,
Räumliche Visionen
BILDER Nr. 219
Eröffnung: Montag, 2. April um 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 3. April - 2. Mai 2007

Räumliche Visionen
Alle drei künstlerischen Positionen der Ausstellung Räumliche Visionen vereint die Auseinandersetzung mit dem Thema "Raum" und der Idee von Erweiterung, Fiktion und Neuordnung.


Bei HUBERT BLANZ finden wir architektonische Versatzstücke des Stadtraumes, die wie Puzzleteilchen - in einer neuen und verdichteten Art - zu architektonisch-utopisch anmutenden Bildkompositionen zusammengesetzt werden. Die Montagen aus Dokumentationsfotografien (Fassaden Manhattans und Verkehrsknoten des Wiener Autobahnringes aus der Sicht eines Fußgängers) verwachsen zu großformatigen Fotoarbeiten, die enorme Tiefe und Sogwirkung besitzen und den Betrachter förmlich verführen in diese visionären Stadt-Strukturen und Muster einzutauchen.

NINA DICKs Ausgangspunkt ist ebenfalls der städtische Raum - ein bestimmter Straßenzug, ein gedanklich abgestecktes Gebiet, in dem sie entweder direkte Eingriffe vornimmt, oder örtliche Gegebenheiten reflektiert, neu denkt und interpretiert.
Wenn sich etwa der/die BesucherIn der Fotogalerie Wien plötzlich im Weltraum verortet findet. Dicks Orte und Räume werden förmlich lebendig, sie entwickeln ein Eigenleben und agieren.

SUSANNE POMREHN arbeitet im umgekehrten Sinn. Ausgehend vom World-Wide-Web, als Kommunikations- und Informationsplattform, dem sie Bilddaten entnimmt und weiter verarbeitet, setzt sie sich in Folge mit den örtlichen Gegebenheiten des "realen" Galerieraumes auseinander, für den eine fragile Foto-Raum-Installation aus dem Ursprungsmaterial kreiert.
Das Resultat: Ein Wechselspiel aus Virtualität, Vision und Realität.

Bodytalk Jahrgang: 2007,
Bodytalk
BILDER Nr. 218
Eröffnung: Montag, 26. Februar um 19.00 Uhr
Dauer: 27. 02. - 28. 03. 2007

Begleitprogramm: Filmspecial Bodytalk kuratiert von Adeline Blanchard 20. März um 19.00 Uhr

Bodytalk
Die Grundelemente der direkten Kommunikation sind die Geste und die Mimik. Bevor wir noch das erste Wort zur Verständigung sprechen - sprechen unsere Körper zueinander, sei es im Monolog oder Dialog. Entsprechend unseres kulturellen Raumes in dem wir eingebettet sind, werden diese Körpercodes von Klein an erlernt und sind gesellschaftliche Parameter des Verhaltens zueinander und zu sich selbst.
Ausgehend von Körperkunst - Körpersprache, hin zur Auseinandersetzung mit Rollenbildern und Rollenspielen (Gesten, Ritualen, Nachstellungen und Selbstinszenierungen) versammelt die Ausstellung Bodytalk sieben künstlerische Positionen zu einem anregenden Dialog innerhalb dieser Themengruppe.


DANIELA COMANI: Geschlechtsstereotypes Rollenverhalten - Genderswitch und Transgendering in humorvoller Auseinandersetzung mit Mann-Frau-Situationen im Alltag.
HEIDI HARSIEBER: Selbstreflexion von Alter, Krankheit, Schmerz und Vergänglichkeit im Widerstreit mit dem Wunsch nach Jugend, Schönheit und vitaler Sexualität.
MATTHIAS HERRMANN: ("Geschlechts"-)Identitäten, Homosexualität und Transgendering, Selbstbeobachtung und das Spiel mit fiktiven Persönlichkeiten.
CORINNE L. RUSCH: Alltagszenen und Vorstellungen von gesellschaftlicher Perfektion und Schönheit versus Scheitern, Verfall und Entgleisung.
NINA RIKE SPRINGER: Gruppendynamische Prozesse bestimmen und steuern die Haltungen und Bewegungen des Einzelnen - bestimmte Raumvorgaben sind die Auslöser.
ANJA MANFREDI: Gesellschaft und Individualität im reziproken gruppendynamischen Prozess. Selbstinszenierungen als Ausdrucksmittel sozialer Mechanismen und Verhaltensweisen.
CLAUDIA ROHRAUER: Jugendsprache und Comicstrip-Adoleszenfragen als Cartoon - der Körper als Fragezeichen.


BEGLEITPROGRAMM BODYTALK
Filmspecial Bodytalk kuratiert und präsentiert von Adeline Blanchard, in Zusammenarbeit mit Anne Davidian:


VALIE EXPORT Syntagma, 1983
MARTIN ARNOLD Pièce Touchée, 1989
CAMILLE HENROT Dying Living Women, 2005 / Deep Inside, 2005 / s COpe, 2005
Dauer: 50 Minuten

Dienstag, 20. März um 19.00 Uhr
FOTOGALERIE WIEN-Kino


Das Kurzfilmprogramm Bodytalk präsentiert 16- und 35-mm-Filme, von drei Künstlern aus verschiedenen
Generationen, die jeweils über die Inszenierung des Körpers das Medium Film reflektieren.
Bei VALIE EXPORT wird die Darstellung des Frauenkörpers in den Medien kritisiert und die erzählerischen und realistischen Konventionen des Filmes dekonstruiert. Martin Arnold und Camille Henrot arbeiten mit Found Footages, verwandeln und bearbeiten diese, und enthüllen die Materialität des Körpers und des Mediums Film. Wo Henrot eine parallele Erzählung schafft, deckt Arnold verdrängte Körpersprache und
Geschlechterbeziehung im Hollywood-Film auf.