2008

Bilder

LIEBE III - Scheitern Jahrgang: 2008,
LIEBE III - Scheitern
BILDER Nr. 233

Eröffnung: Montag, 15. Dezember um 19.00 Uhr
Einleitende Worte: Ruth Horak

Ausstellungsdauer:
16. Dezember 2008 - 28. Jänner 2009
Weihnachtferien:
21. 12. 2008 – 6. 1. 2009

Finissage LIEBE III und Katalogpräsentation LIEBE:
Dienstag, 27. Jänner 2009 um 19.00 Uhr

Der diesjährige Schwerpunkt der FOTOGALERIE WIEN umkreist einen der existenziellsten Aspekte unseres Lebens: die LIEBE.
In drei Ausstellungen – LIEBE I - Suche, LIEBE II - Ist, und LIEBE III - Scheitern – spannt sich der Bogen um ein diffiziles, fragiles und emotionales Thema.

Die dritte Ausstellung der Reihe, LIEBE III – Scheitern, fokussiert die negativen Gefühle. Trennung, Schmerz, Leid, Wut, Gewalt und Abschied ziehen sich thematisch durch die gezeigten Arbeiten. Wenn die Liebe zu Ende geht bleibt Leere und Trauer – und zugleich das Muss einer Rückbesinnung auf sich selbst, mit der Chance auf einen Neuanfang.

In einer Abfolge von 7 Short-Cuts bannt Renate Bertlmann in ihrem FotoFilm Top U29 – one day long die Ereignisse eines ganzen Tages im Leben eines Paares in deren Wohnung. Die Grenzen zwischen Innen– und Außenwelt, zwischen Phantasie und Realität verschwimmen - es beginnt eine 24 Stunden-Reise durch ein Reich der Hoffnungen, Emotionen, Erinnerungen und Ängste. Puppen werden zu symbolischen Charakteren für gelebte Beziehungsstrukturen, für sprachlose Momente der Distanz, für Einengung und Persönlichkeitsverlust.

Eva Brunner-Szabos großformatige Fotoarbeiten Archeologia bilden Erinnerungsräume und entwickeln eine Archäologie der Bilder, der Zeit, des Gelebten. In Ahnlehnung an den Film „Viaggo in Italia“ von Roberto Rossellini und die mythologisch besetzten Ausgrabungsszenen in Pompei wird Vergänglichkeit, Verlust und emotionale Aufarbeitung visualisiert. Szabos Fotografien zeigen den physische Moment der Zugewandtheit eines Paares die mittels Langzeitbelichtungen mit „Tatortzeichnungen“ überlagert werden. Mit diesen fragil-emotionalen Layern schafft sie Bildräume die uns in universelle Geschichten und Gefühle eintauchen lassen.

James Higginsons ausdrucksstarke Fotoserien beleuchten Aggression und Brutalität in Paarbeziehungen, sowie in Familien. Er deckt die Dramen entgleisender Emotionen auf - Liebe die zum Gefängnis, zur Tortur wird – die so oft hinter der scheinbar heilen Fassade versteckt sind. In The Story of Ruth, zeichnet Higginson die Geschichte von Missbrauch, von explosiven, gewalttätigen Ausbrüchen gegen den Partner. In der Serie Rage steht eine vorstädtische Beziehungssituation als Metapher für den Satz: „To rip someones heart out with words.“

Die Drehorte der Videoarbeiten von Nicholas & Sheila Pye sind meist isolierte geheimnisvolle Räume und gleichen theatralischen Traumwelten. In diesen Orten treffen Paare, Liebende oder Geschwister aufeinander und durchlaufen Stadien emotionaler und physischer Abhängigkeiten, die zunehmend von Spannungen und Misstrauen geprägt werden. Die feindselige wortlose Zweisamkeit führt zu ansteigender Frustration und Verunsicherung – bis hin zur Verabschiedung der Liebe. Die Videotrilogie Loudly Death Unties, A Life of Errors und The Paper Wall besticht durch die starke surreale Komponente des Imaginären und verdeutlicht mit gleichzeitiger Treffsicherheit die Symbiose von Mit- und Gegeneinander.

Linda Reif verbildlicht den inneren Schmerz, das emotionale Erkalten nach traumatischen aggressiven Verletzungen, sowie das Opfer welches das Geschehene auslöschen, ungeschehen machen möchte und dabei scheitern muss. Reif betitelt die Arbeit mit: Nachdem mir mein Exfreund ins Gesicht geschlagen hat und zerkratzt sukzessive das Negativ, auf dem ihr Gesicht und ihre Demütigung abgebildet sind.

In Katarina Schmidls Video muse au chocolat zerfließt vor Publikum ein Schokoladenabguss ihres eigenen Körpers (in bekannter liegender Venus Position) in der Hitze grellen Scheinwerferlichtes. Sie thematisiert damit einen Idealzustand, ein Schönheitsideal und stellt ein gesellschaftliches Wertesystem infrage, das dem natürlichen Alterungsprozess vielfach keinen Platz einräumt und damit verbunden: der Verlust von Liebe, Erotik und Begehren.

Martin Scholz-Jakszus führt in seiner Serie Ex ehemalige Paare wieder zusammen um verbliebene Nähe, verbindende Signale aufzuspüren. Die Titel der Arbeiten geben Aufschluss darüber wie lange die Paare zusammen waren und seit wann sie getrennt sind. Gibt es noch versteckte Intimitäten, unbearbeitete Gefühle, tendiert die Körpersprache zu Aggression und Ablehnung oder zu Hinwendung und Vertrauen? Martin Scholz befragt den partnerschaftlichen Umgang nach der Gemeinsamkeit, nachdem jeder seinen eigenen Weg eingeschlagen hat.

Basia Sokolowskas Fotoserie Untold Narratives erzählt vom Beenden einer Liebe, vom Verlassen eines vertrauten Ortes an dem man Liebe lebte. Subtil und unmittelbar streift, umkreist die Kamera ein letztes Mal Fragmente des Ortes der die Spuren eines gemeinsamen Zusammenlebens in sich trägt. Alltägliche Objekte werden zu Zeugen stummer Trauer, Einsamkeit und Unsicherheit, die mit dem Auseinanderbrechen einer Beziehung einhergehen. Ein stiller Abschied, ein Zusammensammeln von Erinnerungsbruchstücken, ein Aufbruch.

KONSTRUIERTE WIRKLICHKEITEN Jahrgang: 2008,
KONSTRUIERTE WIRKLICHKEITEN
Monat der Fotografie
BILDER Nr. 232

Eröffnung: 10. November um 19.00 Uhr

DIE WELT ALS MODELL
DAS MODELL ALS REALITÄTSNORM
WIRKLICHKEIT VERSUS UTOPIA

Robert F. Hammerstiel untergräbt in seinen Foto- und Videoarbeiten vordesignte Lebensideale mit sprachloser Desillusion von Beziehungsalltag oder auch stereotyp-serieller Situationskomik. „Robert F. Hammerstiel führt uns in eine Welt, auf der der Schatten dessen liegt, was ein an Bedürfnisproduktion und Bedürfnisbefriedigung orientierter Konsumapparat unweigerlich mit sich führt: die Außerkraftsetzung der Sehnsucht, die Versagung des unerfüllten Begehrens und das Ende des Strebens nach Utopie.“ (August Ruhs)

Aldo Giannottis phantastisch-humorvolle Videos dokumentieren die Aufweichung von Grenzen, von Kontrollmechanismen, von Zeit- und Raumachsen. Sei es in seiner Performance als Astronaut in der er nach Jahren in eine ihm fremde Welt (Venedig) zurückkehrt oder als Carabinieri in der er zusammen mit Stefano Giuriati eine grenzübergreifende Reise unternimmt. In beiden Fällen wird Realität befragt und gleichzeitig auf den Kopf gestellt.

Ernst Koslitschs Inspirationsquelle für Sag mir die Wahrheit! Sind wir noch im Spiel? ist der Film Existenz von David Cronenberg, in dem zwei Menschen in einer virtuellen Welt gefangen sind, die wie ein realistisches Computerspiel funktioniert. Er entführt uns in intermediale Versuchswelten und erweiterte Gedankenmodelle, die aus einer Symbiose von realistischen- und inszenierten Fotografien, sowie Modellaufnahmen und Collagen besteht.

Cata Gonzáles
Arbeiten basieren auf phantastischen Nachbauten und Konstruktionen wieder erkennbarer Architektur und Symbolik aus verschiedensten sozialen Räumen des modernen Lebensumfeldes. Ausgehend von ihrer lateinamerikanischen Identität stellt sie die Frage nach Globalisierung, Establishment und urbaner Identität, die einer konstanten Transformation mit all ihren Widersprüchen unterworfen ist.

UMFELD - KUNST Jahrgang: 2008,
UMFELD - KUNST
BILDER Nr. 231
Eröffnung: 6. Oktober um 19.00 Uhr

Kunstproduktion, Kunstpräsentation, Kunstrezeption und Kunstvermarktung sind jene Parameter die das Kunstwerk umschließen. Mit welchen sozialen Rollen sieht sich ein/e Künstler/in konfrontiert, mit welchen Schwierigkeiten (monetär/zeitlich/markttechnisch) wird der künstlerische Prozess beeinflusst? Wie entstehen Marktpreise, wer steht hinter den Präsentationsstätten wie Galerien und Museen, wie bewegen sich Besucher in den Ausstellungen und was weckt ihre Begehrlichkeiten Kunst besitzen zu wollen? Diesen Fragestellungen widmet sich die Ausstellung Umfeld-Kunst mit 5 künstlerischen Positionen.

Frederick Bells Crossover zwischen Malerei und Fotografie Mass Observation betrachtet den Betrachter beim betrachten von historischen Gemälden in Museen. Anhand von Fotografien schafft er neue Gemälde und swicht inhaltlich zwischen einem sozialen und historischen Kontext. Reproduktion, Originalität, tradierte Werte und wechselnde Bedeutungen werden untersucht und neu interpretiert.

Christina Gillingers Video Meine neue Arbeit thematisiert den Diskurs zwischen künstlerischer Produktion/Kreativität und – der bei den meisten KünstlerInnen reellen Problematik – der Lohnarbeit.
Sie beschreibt den Hintergrund künstlerischen Schaffens unter dem Druck der Realität des (Über-)Lebens.

Nikola Hansaliks mixed media Installationen Rendez-Vous und the most beautiful photograph in the world setzen sich ebenso mit dem „fiktiven“ Wert eines Kunstwerks auseinander – der mittels marketing- und kunstmarkttechnischen Paradigmen (künstlich) erzeugt wird, wie mit der Begierde des Betrachters, des Sammlers, und des Diebes, das Kunstwerk für sich zu besitzen. Parallelen bei Kunstrauben und die Dualität von Aneignung und Verstecken werden pointiert dargestellt.

Ina Loitzls Video Die Seelen in meiner Brust ist ein analytisches Selbstportrait, das sich mit der Aufspaltung in multiple Rollen(anforderungen) von Ego, Frau, Geliebten, Mutter, Künstlerin, Freundin, Kind auseinander setzt und die Frage nach der Vereinbarkeit von sozialen Lebensaufgaben, Wünschen und Vorstellungen stellt.

In ihrem Projekt BE ON DISPLAY fotografiert Sigrid Kurz unterschiedlich kodierte (Kunst-)Räume (wie Non-Profit-Galerien, kommerzielle Galerien, Kunstinstitutionen), in die die handelnden Personen miteinbezogen werden. Sie zeigt Portraits von KünstlerInnen, GaleristInnen, KuratorInnen und EditorInnen, die in ihren (Handlungs-)Räumen selbst Teil der Ausstellung, des Displays werden. In ihren Aufnahmen werden Ort, Handlung und Zeit zu einem Set verdichtet.

LIEBE II Jahrgang: 2008,
LIEBE II
Ist
Autoren: Ruth Horak

BILDER Nr. 230
Eröffnung: Montag, 1. September 2008 um 19:00 Uhr
Einleitende Worte: Ruth Horak

Der diesjährige Schwerpunkt der FOTOGALERIE WIEN umkreist einen der existenziellsten Aspekte unseres Lebens: die LIEBE.
In drei Ausstellungen – LIEBE I - Suche, LIEBE II - Ist, und LIEBE III - Scheitern – spannt sich der Bogen um ein diffiziles, fragiles und emotionales Thema.

LIEBE - Ist – was und wie ist diese Liebe, auf die man sich einlässt und die man leben möchte?
11 KünstlerInnen untersuchen, durchleuchten, umkreisen diesen Ist-Zustand und vereinen in der Ausstellung die unterschiedlichsten Facetten dieses schönen und zugleich schwierigen Themas: Die Ode an das pralle Glück, die Suche nach der Zartheit respektvoller Liebe in Berührungen, die Vertrautheit in lustvoll gelebten Sexualitäten, die Angst vor dem Versagen, die inneren Zerreißproben,...
Die Liebe ist einzigartig und immer anders. Sie passt sich keinen Normen an. So ist jede Position ein individuelles Liebesgedicht über den Mut der Hingabe.

Der musikalische Appetizer zu dieser Ausstellung auf youtube.com

Arnis Balcus
Myself, Friends, Lovers and Others
Balcus durchbricht die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre; er richtet die Kamera auf sich und seine Generation (im Stil von N.Goldin oder W.Tillmans). Seine schnappschussartigen Fotografien sind Studien über Sexualität, Zärtlichkeit und Vertrautheit, in denen das unbekümmerte, sehnsüchtige und zugleich auch verworrene Lebensgefühl sehr junger Menschen eingefangen und visualisiert wird.

Hermann Capor Man sieht was man sieht
Hermann Capors Arbeit ist zugleich Serie und Einzelfoto. Der zeitliche Ablauf eines „la petite mort“ zeigt die Veränderungen in den Gesichtszügen einer Frau. Die Sekunden der Ekstase werden vorsichtig gesammelt und konserviert - eine Hommage an die Sexualität und das Spiel zwischen Mann und Frau, wobei die Kamera die Position des Liebhabers einnimmt. Weder Voyeurismus noch Normen der Pornografie werden hierbei befriedigt. Die Arbeit verdeutlicht Vertrautheit und respektvolle Vorsicht im Umgang mit der zerbrechlichen Vergänglichkeit von Liebe.

Angelika Krinzinger Ohne Titel
Krinzingers Detailaufnahmen führen das Auge fast bedrohlich nahe an die empfindsamsten und intimsten Körperstellen heran. Anonymisiert und gleichzeitig direkt, wird die Haut zur Grenze von Persönlichkeit und Außenwelt und zugleich ein Ort der Kommunikation zwischen Menschen. Berührungen als Momente der Sinnlichkeit und Verletzlichkeit zugleich. Die abstrakte Qualität der Grossaufnahmen entführt den Betrachter in eine emotionale „Landkarte“ möglicher Empfindungen und Prägungen.

Paul Albert Leitner The Miracle of Love
Leitner – der Reisende, der Flaneur, der Beobachter, der Sammler von Eindrücken. Mit seiner Kamera hält er die Poesie des Moments und des Ereignisses fest. Sein über die Jahre angewachsenes, umfangreiches Bildarchiv beherbergt auch eines seiner Hauptthemen: die Liebe. Bildfundstücke des öffentlichen Raumes wie Plakate, Schaufenster, Menschen, sowie Zeitungen und Filme werden für die Ausstellung zusammengetragen und in einer aus Kopien bestehenden Plakatwand verdichtet.

Brigitte Niedermair Lets go fishing und do we need all this
Niedermaiers ironisierende Bildwelten thematisieren die sexuelle Selbstbestimmung der Frau. Sie inszeniert Gegenstände und Objekte die mit Sexualität in Verbindung gebracht werden zu sinnlichen Stillleben und untersucht in ihrer Arbeit die Positionierung der Frau mit einer aktiven Sexualität, dabei entwirft sie feministische Rollenbilder wie die Frau als Jägerin.

Marleen Noordergraaf Das Potential der Liebe
Noordergraafs fotografische Reise fokussiert das Absolute - im Sinne von R. Barthes das „Punktum“ der Liebe.
Wie in einer mythischen Erzählung versucht sie den flirrenden Moment einzufangen bei dem sich die Gestalt der Liebe zeigt. Immer im Zwiespalt mit vorgegebenen und prägenden Vorstellungen und Idealen materialisiert sich die Liebe oftmals anders als geplant. Noordergraaf führt lange Gespräche mit dem Menschen, die sie vorab auf der Strasse anspricht und in weiterer Folge, ab dem Moment wo auf sie “vergessen“ wird, fotografiert. Analytisch, einfühlsam und ungestellt präsentieren sich die Fotoarbeiten, bei denen die Kamera als beobachtendes Objekt in den Hintergrund tritt.

Georg Petermichl / Martin Sulzbacher Deep and Mighty
Ein kurzer Abenteuerfilm, der vom Mythos des Menschen, der angstfrei und der Zivilisation überdrüssig den Kontakt mit der Natur sucht und sich ihr „aussetzt“ handelt. Das Video zeigt ein Paar, dass unbekleidet in die Dunkelheit der Nacht eintaucht und als Metapher des sich „gegenseitigen Aussetzens“ gelesen werden kann. Das ineinander Vertrauen der Protagonisten ist spürbar. Als musikalische Einbettung der Handlung dient ein Song von Simon & Garfunkel „ I am a Rock“: I am a rock; I am an island; and a rock feels no pain; and an island never cries…

Willy Puchner Liebe im Alter
Puchner zeigt ein ungewohntes Bild: alte Menschen, die einen Neubeginn miteinander wagen, sich nochmals der Liebe hingeben und sich erst nach ihrem 70sten Lebensjahr kennen gelernt haben. Er portraitiert diese und versucht dabei auf Posen zu verzichten. Seine Aufnahmen zeigen auf behutsame und einfühlsame Art Momente des Privaten - des einander zugewandt seins. Umarmungen, Berührungen - die Schönheit und der Mut echter Gefühle in der Randzone des Alters. Ein Tabuthema innerhalb unserer Gesellschaft.

Fiona Rukschcio MausiSchatzi
Sprechende Bilder: Mausi, Schatzi, Darling, Cherié,.... – die helfen das Fehlen des Partners vor Ort zu lindern.
Der Facettereichtum von Kosenamen ist schier grenzenlos - changierend zwischen Peinlichkeit, Herzigkeit, Vertrautheit und Privatheit. Rukschcios Modelle fungieren 2fach als Portrait: einerseits gibt ihr Auftreten, ihr Verhalten, ihre Kleidung und ihre Sprechweise Aufschluss über die Persönlichkeit der Benennenden sowie der Benannten und deren gesellschaftliche Verortung, andererseits lässt der Kosename und die Mimik beim Aussprechen desselben Rückschlüsse auf die Paarbeziehung zu.

Claudia Schumann revolution liebe
Schumanns fotografische Doppelbelichtungen sind kaleidoskopische Introspektionen. Unterschiedliche emotionale wie zeitliche Momente werden überlagert, die von einer Liebe erzählen die zwischen Euphorie und Schmerz, Nähe und Distanz, bergen und verbergen schwankt. Aspekte von Leidenschaft, Affekt und im speziellen Körperlichkeit, werden durch die Verdopplung in der Arbeit selbst unterstrichen: Einerseits durch Hervorhebung in den Abbildungen und andererseits in der gewählten Präsentationsform als „Bildkörper“ – als Objekt.

WERKSCHAU XIII Jahrgang: 2008,
WERKSCHAU XIII
INTAKT - DIE PIONIERINNEN
Autoren: Edith Almhofer

BILDER Nr. 229

Eröffnung: Montag, 16. Juni um 18.00 Uhr*
Einleitende Worte: Edith Almhofer


* Eröffnung auf Grund der Fußball EM 18.00 Uhr!!! (20.45 Uhr Österreich-Deutschland! Für alle Fans: 7 Screens im WUK-Hof)


BEGLEITPROGRAMME WERKSCHAU XIII - INTAKT – DIE PIONIERINNEN

BEGLEITPROGRAMM I:

Filme und Videos von Moucle Blackout und Linda Christanell
FREITAG, 27. JUNI UM 19.00 UHR

BEGLEITPROGRAMM II:
Finissage und Podiumsdiskussion mit den Künstlerinnen
Zeitzeuginnen
Gesprächsleitung: Brigitte Borchhardt-Birbaumer
FREITAG, 18. JULI UM 19.00 UHR


ZUR AUSSTELLUNG ERSCHEINT

Katalog: WERKSCHAU XIII: INTAKT – DIE PIONIERINNEN

Einleitungstext von Edith Almhofer, Text- und Bildbeiträgen der Künstlerinnen
40 Seiten, A4, zahlreiche Farb- und s/w-Abbildungen, dt./engl., € 11

WERKSCHAU-Edition Nr. 7 / 2008:

Ein Gemeinschaftswerk der Künstlerinnen / 2008
Auflage 50 Stk., Lambda-Print, 30 x 40 cm, 150,- €

 

WERKSCHAU XIII ist sieben Künstlerinnen der INTAKT gewidmet – und zwar den Gründerinnen bzw. Pionierinnen der Anfangsjahre aus den Bereichen Fotografie, neue Medien und Film.

Mit der jährlich stattfindenden WERKSCHAU-Reihe – Retrospektiven österreichischer KünstlerInnen, die wesentlich zur Entwicklung der künstlerischen Fotografie und neuer Medien hierzulande beigetragen haben, weist die FOTOGALERIE WIEN auf herausragende und innovative Leistungen hin und bietet einen geschichtlichen Überblick. Gezeigt wurde bisher ein Querschnitt durch das Schaffen von Jana Wisniewski, Manfred Willmann, VALIE EXPORT, Leo Kandl, Elfriede Mejchar, Heinz Cibulka, Renate Bertlmann, Josef Wais, Horakova+Maurer, Gottfried Bechtold, Friedl Kubelka und Branko Lenart.


Das Ausstellungskonzept zu WERKSCHAU XIII: INTAKT – DIE PIONIERINNEN bietet den BesucherInnen zwei Zugänge:
1. DOKUMENTATION: Was war die INTAKT (Internationale Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen)? Was hat sich in den bewegten und kämpferischen Anfangsjahren ereignet? Fokus auf 1975–1985. Im Büro: INTAKT – wichtige Ereignisse punktuell herausgehoben: Texte, Konzepte, Artikel, Fotos, Plakate,… Im Kino: Diverse Filme und Videos INTAKT – Aktionen, Ausstellungen, Veranstaltungen, Interviews,…
2. KUNST: Da Werkschauen retrospektiv angedacht sind, wird jede Künstlerin mit einer oder mehreren Arbeiten aus einer früheren und einer späteren Schaffensperiode vertreten sein. In der Mitte des großen Ausstellungsraumes werden in einer eigens dafür konzipierten Ausstellungsarchitektur Kataloge der Künstlerinnen, Kataloge der INTAKT, diverse weitere wichtige Magazine und Bücher aus der Zeit, sowie Gemeinschaftsarbeiten der Künstlerinnen zur Ansicht aufliegen und zu sehen sein.

Mit vielen in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen verbindet uns seit vielen Jahren ein freundschaftlicher Kontakt. Fast alle haben in der Vergangenheit bereits in der FOTOGALERIE WIEN ausgestellt.
Es scheint uns die erneute Sichtbarmachung und Diskussion der erbrachten künstlerischen Leistungen, die in vieler Hinsicht ihrer Zeit voraus waren wichtig und angebracht!
Wie zum Beispiel: medienüberschreitendes Arbeiten, Arbeiten im Bereich künstlerischer Fotografie und neuer Medien, Themen wie Political Correctness – Frauen und Arbeitswelt,… Gender,… und dies bereits in den 1970er/80er Jahren!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die gesellschaftspolitische Bedeutung der INTAKT! Veränderungen, Verbesserungen für Künstlerinnen, das Aufbrechen von Rollenzuschreibungen, das Selbstverständnis als Künstlerin anerkannt zu werden und vieles mehr, wurden durch die kämpferischen Anfangsjahre der INTAKT und der INTAKT-Künstlerinnen erst möglich gemacht!

Daher ist der Begriff Pionierinnen im Ausstellungstitel im doppelten Sinn zu verstehen!

30 Jahre nach der Gründung der INTAKT wissen viele nur mehr wenig oder gar nichts über die Geschichte der frühen INTAKT.
Daher widmen wir WERKSCHAU XIII der INTAKT – der Zeit zwischen 1975–1985, ihrer Ideen und Ziele und ihren Pionierinnen, dem Engagement und Mut, sowie der Kreativität sieben herausragender Künstlerinnen, um deren Bedeutung ins richtige Licht zu setzen!

 

REIBUNGSFLÄCHEN

Mit dem Slogan „Das Private ist politisch!“ forderten Frauen in der westeuropäischen Linken in den späten 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein neues Politikverständnis ein. Die im Kontext des Klassenkampfes als ‚Nebenwiderspruch’ verstandene Frauenfrage wurde zum zentralen Thema neu gegründeter Frauengruppen, die nicht mehr und nicht weniger anstrebten, als die jahrhundertlange Vorherrschaft der Männer unwiderruflich aus den Angeln zu heben, um einem neuen, gleichberechtigten Miteinander der Geschlechter Platz zu machen.

Wenig später, in den frühen 70er Jahren, führte der Streit um das Recht auf Abtreibung sowie die Forderung nach Gleichberechtigung international zur Formierung einer autonomen Frauenbewegung, 1972 wurde in Österreich die „Aktion Unabhängiger Frauen“ (AUF) gegründet. Die Prämissen lauteten: Chancengleichheit am Bildungssektor und am Arbeitsmarkt, gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit sowie Zugang zu Führungspositionen in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen. Der persönliche Lebenszusammenhang und Erfahrungshorizont von Frauen rückte ins Zentrum des feministischen Diskurses, welcher in autonomen Gruppen, kritischen Publikationen und nicht zuletzt auf der Straße geführt wurde und im Laufe der 70er Jahre verschiedene gesellschaftliche Felder infiltrierte.

1974 waren es die Künstlerinnen, die in Wien aufbegehrten. Anlass bot eine im Museum für Völkerkunde (!) geplante Schau. Diese sollte, von einer rein männlich besetzten Jury kuratiert, im 1975 ausgerufenen Jahr der Frau, Werke österreichischer Künstlerinnen präsentieren. Nach massiven Protesten von Seiten der Eingeladenen, die ungehört verhallten, sagten 46 Kunstschaffende ihre Teilnahme ab und legten wenig später den zuständigen kulturpolitischen Stellen und Institutionen einen Forderungskatalog zur „Verbesserung der Situation der bildenden Künstlerin in Österreich“ vor. 1977 erwuchs aus der vorerst losen Formation die „Internationale Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen – INTAKT“, welche noch im selben Jahr am Fleischmarkt in Wien ein eigenes Lokal eröffnete, das für viele Jahre als Treffpunkt und Galerie dienen sollte.

Das Engagement der Gründerinnen war anfangs ein vorrangig gesellschaftspolitisches. Es galt, der Ausgrenzung weiblichen Kulturschaffens aus dem öffentlichen Kunstbetrieb den Kampf anzusagen und der Kunst von Frauen neue Räume zu erschließen. In den folgenden Jahren entfaltete die Gruppe eine Fülle politischer und künstlerischer Aktivitäten, von denen viele einen hochgradig performativen Charakter aufwiesen und etablierte sich damit rasch zu einer auch international viel beachteten Plattform. Mit Ausstellungen, Interventionen, Performances, Gemeinschaftsprojekten und teils spektakulären Aktionen bereitete sie den Boden für die nach klassischem Vorbild kuratierten Präsentationen von Frauenkunst in den 80er Jahren. Themenfestivals wie „Die andere Avantgarde“, Linz 1983 und Ausstellungen wie „Kunst mit Eigensinn“, Wien 1985 – in beiden waren auch Künstlerinnen der INTAKT vertreten – wären ohne deren Vorarbeit nicht möglich gewesen. Flankierend dazu zeigte die INTAKT 1984 in der Wiener Secession die Gruppenausstellung „Identitätsbilder“, welche, den kulturpolitischen Prämissen der Vereinigung entsprechend, die Vielfalt der in der Gruppe vertretenen künstlerischen Zugänge illustrierte.

Neben ihrer politischen Vorreiterrolle sorgten die in dieser Ausstellung präsentierten Künstlerinnen der INTAKT mit der Entwicklung neuer künstlerischer Strategien aber auch für einen bis heute noch zu wenig beachteten Innovationsschub in der österreichischen Kunstszene. Ausgehend von der Suche nach einer spezifisch „weiblichen Ästhetik“ und inspiriert von Fluxus, Happening und Aktionskunst, überschritten sie in körper- und prozessorientierten Arbeiten die konventionellen Grenzen von Gattung und Werk und stießen in völlig neue Dimensionen der Darstellung vor. Das bedeutete einen radikalen Bruch mit dem akademischen Kunstbegriff und stellte dessen überkommene Regeln und Traditionen in Frage. Die Kritik galt der männlich dominierten Kunst(geschichte), in welcher Frauen primär als Objekt der Darstellung interessierten, als Kunstschaffende hingegen nur bedingt ernst und kaum wahrgenommen wurden.
Die Reaktion der Künstlerinnen auf diese Erfahrung der doppelten Ausgrenzung war offensiv und einfallsreich. Sie experimentierten – als Gegenentwurf zum elitären Konzept des Künstlergenies – mit alternativen Produktionsformen, arbeiteten in Gruppen, gründeten Kollektive und traten mit Gemeinschaftsaktionen an die Öffentlichkeit. Sie agierten nicht länger nur in der stillen Abgeschiedenheit des Ateliers oder dem exklusiven Ambiente der Galerie, sondern begaben sich mit ihren Manifestationen, Performances, und Installationen auf die Straße. Dort verhandelten sie ungeniert Belange des privaten Alltags, erklärten auch noch das Intimste als darstellungswürdig und schlugen damit eine Brücke zwischen Kunst und Leben.
Um ihren Statements und Entwürfen adäquaten Ausdruck zu verleihen, eigneten sich Künstlerinnen der INTAKT viele zusätzliche Kenntnisse und Fertigkeiten an. Besonderes Augenmerk wurde auf Fotografie, Film und bald auch auf Video gerichtet, Medien, deren reiches ästhetisches Potential dadurch erstmals ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte. Die bis dahin im Kontext der bildenden Kunst vorrangig zur Dokumentation genutzten Medien avancierten rasch zu relevanten künstlerischen Ausdrucksmitteln. Aus dem Zusammenspiel mit performativen Verfahren, Texten, Ton sowie bis dahin außerkünstlerischen Medien erwuchsen innovative Werkzusammenhänge. Vor allem die Arbeiten aus dem Mixed Media Bereich erweiterten den Horizont der ästhetischen Wahrnehmung, was in der Folge auch das Verständnis und den Umgang mit den klassischen Medien Skulptur, Malerei und Grafik revolutionierte und dem offenen Kunstbegriff unserer Tage den Weg bereitete.
Thematisch kreisten die Arbeiten immer wieder um Erfahrungen der Diskriminierung und um den „hausfraulichen“ Alltag, der zum Ausgangspunkt kritisch-ironischer Reflexionen gängiger Rollenbilder wurde. Aber auch Fragen der Identität, Körperlichkeit und Sexualität sowie der Verortung des weiblichen Subjektes nahmen einen zentralen Stellenwert ein. Mit den Methoden der Selbstinszenierung wurde der Erfahrung der Entfremdung und der Suche nach dem Bild des Ichs zwischen tradierten Codes Ausdruck verliehen und zugleich mit neuen Möglichkeiten des Figurativen experimentiert.
Nun wird die Leistung dieser Pionierinnen erstmals im Rahmen einer Werkschau gewürdigt. Die FOTOGALERIE WIEN zeigt ausgewählte Arbeiten von Renate Bertlmann, Moucle Blackout, Linda Christanell, Lotte Hendrich-Hassmann, Karin Mack, Margot Pilz und Jana Wisniewski, wobei exemplarische Beiträge aus den 70er Jahren neben aktuellen Schöpfungen gestellt werden. Das macht nicht nur sichtbar, wie komplex und vielschichtig die einzelnen Oeuvres sind, sondern streicht vor allem die Nachhaltigkeit und Innovationskraft der frühen Beiträge im Bereich Fotografie, Film, Installation und Mixed Media heraus.

Die Palette der präsentierten Positionen reicht von feinsinnigen, stilllebenartigen Introspektionen, die durch formale Strenge und intellektuelle Klarheit bestechen, bis hin zu respektlosen Grenzgängen zwischen Kitsch, Kunst und Tabu, die Objekte der weiblichen Begierde aufs Korn nehmen und dabei leichtfüßig mit allen Geschmackskonventionen brechen. Da werden in verstörenden Bildsequenzen Ikonen der Hochkultur mit banalen Alltagsgegenständen zu symbolträchtigen Demontagen der herkömmlichen Weltsicht amalgamiert oder es wird versucht, die dingliche Wirklichkeit durch die systematische Analyse ihrer Spiegelungen zu befragen, die ihrerseits zum Bild verdichtet wiederum mit ihrem Entstehungskontext konfrontiert werden. Da wird in intimen Innenräumen ein doppeldeutiges Spiel mit Fetisch und Maske zum gleichermaßen beängstigenden wie luxurierenden Memento Mori gestylt oder mit einem zurückhaltenden, nichtsdestoweniger interrogativem Blick den vielfältigen sinnlichen Erscheinungsformen unserer Lebenswelt nachgespürt. Immer aber geht es auch um Raum, um jenen persönlichen Freiraum, den es gilt aus weiblicher Sicht einzufordern, der entdeckt, bestimmt und – behutsam aber nachdrücklich – in Besitz genommen werden muss.

Die Mehrzahl dieser in den frühen 70er Jahren entworfenen und – wie die Ausstellung demonstriert – in überzeugender Weise weiter entwickelten Strategien und Paradigmen sind immer noch relevant und viele der aktuellen künstlerischen Verfahrensweisen wären ohne sie nicht denkbar. Aber mehr noch: wenn derzeit im künstlerischen Feld unter dem allgemeinen Begriff „Leben“ auf eine Aufhebung eben jener Differenzen zwischen dem Individuum, dem Anderen und den anderen fokussiert wird, so spinnt diese implizit auf einen positiven Zukunftsaspekt abzielende Haltung genau die von den Pionierinnen erarbeitenden Zugänge fort.

Edith Almhofer, Gumpoldskirchen 2008

 

INTAKT
CHRONIK 1975–1985


1974
Eine unbekannte Anzahl österreichischer Künstlerinnen wird anlässlich des internationalen Jahres der Frau zu einer offiziellen Ausstellung ins Völkerkun¬demuseum (!), Wien eingeladen – die Jury besteht ausschließlich aus Männern.

1975

13. Jänner, Künstlerhaus, Wien: In einer Pressekonferenz protestiert eine Gruppe von Künstlerin¬nen gegen diese Vorgangsweise und bringt Alternativvorschläge. Da diese ignoriert werden, nehmen 46 Frauen an der Ausstellung nicht teil. Bei mehreren Treffen und gemeinsamen Gesprächen, sowie der Analysen der öffentlichen Kunstförderung, des Kulturbetriebs, der Situation an den Kunsthochschulen etc., wird die Diskriminierung von Künstlerinnen immer deutlicher. Sie erarbeiten einen Forderungskatalog, schreiben Briefe, sprechen mit Kulturpolitikern und Beamten, stoßen aber durchwegs auf taube Ohren.

1976

13. September, Modern Art Galerie, Wien: Die Künstlerinnen, die sich nun den Namen „Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen“ gegeben haben, laden erneut zu einem Pressegespräch, um über ihre Erfahrungen bei den zuständigen Stellen zu berichten und einen Forderungskatalog vor zu stellen.

1977

Jänner: Gründung der „Internationalen Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen – INTAKT“.
Gründungsmitglieder: Linda Christanell, Christa Hauer, Hildegard Joos, Angelika Kaufmann, Doris Lötsch, Roswitha Lüder, Ingeborg Pluhar, Doris Reitter, Ise Schwartz, Edda Seidl-Reiter, Gerlinde Wurth. Ihre Zielsetzung: Die Verbesserung der Situation von bildenden Künstlerinnen auf sozialem und künstlerischem Gebiet. Aktive Teilnahme am aktuellen kulturpolitischen Geschehen. Aktives Engagement für existentiell wichtige Probleme.
Juni: Sie beziehen ein eigenes Lokal am Fleischmarkt 11 in der Wiener Innenstadt. Für viele Jahre fungiert es als „INTAKT – Treffpunkt und Galerie im Griechenbeisl“.
Oktober: 1. Retzhof Klausur – Künstlerinnen heute. Untersucht wird die Position der Künstlerin an Hand ihrer eigenen Biografien. Es entstehen Audiokassetten, Fotos und ein Film. Die Ergebnisse werden in der 1. Ausstellung im INTAKT-Treffpunkt gezeigt; es erscheint eine Publikation.

1978
23. September: Erste große Gemeinschaftsaktion Künstlinge und Findlinge, in der ein Objekt des weiblichen Lebenszusammenhanges künstlerisch gestaltet wird: das Leintuch. Es entstehen ca. 40 Leintücher, eine Fotodokumentation und ein Film.
Oktober: 2. Retzhof Klausur – FEMIFEST. Das Femifest wird erarbeitet. Es entsteht eine Publikation mit den Zielsetzungen der Gruppe und Beiträgen aller Teilnehmerinnen.

1979
Juni: INTAKT-Koje mit den Arbeiten Luise auf der Schaukel und INTAKT singt bei der 1. Freien Kunstausstellung im Künstlerhaus, Wien. Im INTAKT-Treffpunkt gibt es eine Dinner Party nach der Idee von Judy Chicago.
September: 3. Retzhof Klausur – der Platz, an dem ich mich wohl fühle – ich bin das Zentrum meines Lebensraumes. Im Rahmen des Steirischen Herbstes werden vor dem Forum Stadtpark Graz Leintucharbeiten ausgestellt, begleitet von der Aktion das freudige Ereignis und einer Intervention von Rita Furrer. Es entsteht eine Publikation.
29. September bis 4. Oktober: Präsentation von Leintucharbeiten beim IX. Kongress der IAA/AIAP vor der Liederhalle in Stuttgart mit der Aktion Leintuchschatten von Rita Furrer.
Dezember, Galerie Krinzinger, Innsbruck: Ausstellung mit Leintucharbeiten anlässlich der Innsbrucker Frauentagen.

1980
Veröffentlichung des INTAKT-Katalogs mit den Fragen: Warum bin ich bei der INTAKT – Was möchte ich im Rahmen der INTAKT tun? Jedem Mitglied stehen 4 Seiten zur persönlichen Gestaltung zur Verfügung. Der Katalog kann aber wegen zu geringer Förderungen wieder nur hektographiert erscheinen.
Juni: Teilnahme am ‚International Festival of Women Artists’ in Kopenhagen mit Postkartenkunst, Diathek, Filmen, … Es entsteht die Idee eine ähnliche Veranstaltung in Wien durchzuführen – Konzepte werden erarbeitet.
September: 5. Bergkamener Bilder-Basar, BRD mit einer INTAKT-Koje, deren Wände und Boden mit Namenstäfelchen historischer und zeitgenössischer Künstlerinnen ausgelegt ist. Scheuchenaktion: Auf einem Feld in Lengenfeld werden von Künstlerinnen und Schulkindern Vogelscheuchen aufgestellt. Sie stehen bis März 1981. Es entstehen Filme, eine Foto- und eine Diadokumentation, sowie ein Vogelscheuchen-Tagebuch.
20.–25. Oktober: INTAKT-Informationswoche mit einer Gruppenausstellung im Treffpunkt, Vorträgen, Videos, einer Diathek, und einem Filmprogramm im Museum des 20. Jhdts.

1981
März: Künstlerhaus, Wien: INTAKT-Beteiligung bei der Ausstellung Frauen, Macht und Ohnmacht.
25.–30. Mai: Im Rahmen der Wiener Festwochen und dem Projekt ARTIG wird die Aktion INTAKT LACHT, ein Statement zum Thema Verkehr, präsentiert. Eine akustisch-visuelle Aktion im 80er Haus, in der U-Bahn Station Karlsplatz, im ORF und einer Stadtrundfahrt mit Kleinbus und Lautsprecher; dazu gibt es Plakate und Sticker.
September: Am „Frauen Sommer Museum“ in Bonn, nimmt die INTAKT mit Leintucharbeiten und einer Fotodokumentation über ihre Gruppenaktivitäten teil, sowie Einzelbeiträgen einiger Mitglieder u. a. Ilse Teipelke mit der Aktion Zeitbahnen.
Oktober: 4. Retzhof Klausur: Versuch einer feministischen Kunstkritik an Hand gezeigter Arbeiten. Es gibt eine erste Besprechung zur geplanten großen INTAKT-Ausstellung: Arbeitstitel Eigenräume. Die Teilnahme soll für alle Mitglieder ohne Jurierung zugänglich sein. Workshop mit Anneke Barger.

1982
Mai: Teilnahme am Friedensmarsch mit dem INTAKT-Beitrag Wale statt Atomuboote. Wiener Festwochen, Alternativszene START am offenen Karlsplatz: Leintucharbeiten hängen zwischen den Bäumen, dazu zeigt Rita Furrer ihre Intervention Leintuchschatten. Einige Künstlerinnen sind mit Einzelbeiträgen am Karlsplatz vertreten: Fria Elfen, Lotte Hendrich-Hassmann, Margot Pilz und Viki Bixner. Einige Kunstwerke werden amtlich abgehängt – das Medienecho ist groß, von Zensur ist die Rede.
Sommer: Rundbriefe, Fragebögen – die geplante große INTAKT-Ausstellung entwickelt sich zu einem gruppendynamischen Prozess.
Oktober: 5. Retzhof Klausur – Erarbeitung eines Jahresberichtes im Hinblick auf die INTAKT-Ausstellung. Daneben künstlerische Lockerungsübungen – es entstehen Aquarelle, Fotos und ein Film.

1983
Jänner: INTAKT-Teilnahme am Jours des Femmes im Studio Moliere.
Februar: Analyse der Kunstberichte des BMUK im Hinblick auf die Situation von Künstlerinnen – sie hat sich seit 1975 nicht verbessert – und mit einem Kommentar versehen, an Vizekanzler Fred Sinowatz und Kulturstadtrat Helmut Zilk geschickt.
März: Im Rahmen der Frauenwochen in Salzburg, nimmt die INTAKT im Bildungsheim St. Virgil, mit ihrem Beitrag Frauen sehen Frauen von 22 Künstlerinnen teil; gezeigt wird der Film Anna von Linda Christanell; es entsteht ein Katalog. Galerie Grita Insam, Wien: Zum Beispiel Steiermark, eine Foto¬dokumentation der 3. Retzhof Klausur, ergänzt durch Beiträge von Lotte Hendrich-Hassmann, Doris Lötsch und Doris Reitter. Mai: Performance-Woche im INTAKT-Treffpunkt. Aktionen von Heidi Heide, Andrea Pisecky-Lipburger, Viki Bixner, Martina Gödeke, Ingrid Opitz, Brigitte Odenthal und Isolde Jurina.
10. Juni – 28. August: INTAKT-Ausstellung in der Galerie Stadtpark, Krems; Rahmen¬programm: eine Performance und Filme; es erscheint ein Katalog.
Okto¬ber: 6. Retzhof Klausur – Themen: Beitrag zum Friedensmarsch und Tätigkeitsbericht INTAKT. Die INTAKT nimmt am Friedensmarsch mit einem großen Friedenstuch teil. Tätigkeitsbericht des INTAKT-Treffpunkts und der Galerie: Bis dato fanden ca. 40 Ausstellungen statt; die Gruppe trifft sich regelmäßig zu Gesprächen; einzelne INTAKT-Mitglieder oder kleine Gruppen haben Ausstellungen im In- und Ausland organisiert und an großen Ausstellungen teilgenommen. INTAKT-Frauen sind aktiv und erfolgreich in der Kulturpolitik tätig. INTAKT ist eine autonome Frauengruppe. INTAKT orientiert sich nicht an bestimmten Kunstrichtungen. INTAKT vertritt die Interessen ALLER Künstlerinnen und zählt zur Zeit rund 100 Mitglieder.

1984
13. September – 7. Oktober, Secession, Wien: Im Rahmen der Aktion Brennpunkt Kunst von Frauen findet in der Wiener Secession die große INTAKT-Ausstellung Identitätsbilder statt; ein begleitender Katalog erscheint. Eröffnet wird die Ausstellung von Frauenministerin Johanna Dohnal und der Performance Klang¬raum von Ilse Teipelke. Das Rahmenprogramm umfasst 15 Veranstaltungen mit Vorträgen und Diashows, einen Workshop von Anneke Barger und 12 Lesungen.
19. Sep¬tember, Metropol, Wien: DAS FEST ,mit Musik von und mit Frauen und einer Performance der INTAKT-Frauen‘ – so der Einladungstext.
20. – 23. September, Museum des 20. Jhdts: Die INTAKT veranstaltet ein internationales Symposium zum Thema: Man muss die Kunst beim Wort nehmen (Hélène Cixous) / Weibliche Kreativität der Praxis – eine Zwischenbilanz (Organisation: Liesbeth Waechter-Böhm). Vortragende sind: Alice Schwarzer (Köln), Margarethe Jochimsen (Bonn), Kurt Lüthi (Wien), Eva Meyer (Berlin), Lea Vergine (Mailand), Hilde Maehlum (Oslo), Gabriele Honnef-Harling (Bonn), Heidi Grundmann (Wien), Christa Hauer-Fruhmann (Wien).
November: 7. Retzhof Klausur – Bilanz über 10 Jahre INTAKT und Zukunftsperspektiven.
1. Dezember: Beitrag der INTAKT zur 10. Österreichischen Frauen¬enquete.
Dezember: Protestresolution zur Erhaltung der Hainburger Au.

1985
18. Jänner – 15. März: Identitätsbilder, Frauenmuseum Bonn.
19. April – 11. Mai: Identitätsbilder, Künstlerhaus Graz, mit Performances, Filmen und einem ‚Spektakel’ von Marie Therese Escribano: Eine Frau auf Reisen.
Oktober: 8. Retzhof Klausur – Reorganisation der INTAKT.

LIEBE I Jahrgang: 2008,
LIEBE I
Suche
BILDER Nr. 228

Eröffnung: 5. Mai. 2008 um 19 Uhr
Einleitende Worte: Ruth Horak

Der diesjährige Schwerpunkt der FOTOGALERIE WIEN umkreist einen der existenziellsten Aspekte unseres Lebens: die LIEBE.
In drei Ausstellungen – LIEBE I - Suche, LIEBE II - Ist, und LIEBE III - Scheitern – spannt sich der Bogen um ein diffiziles, fragiles und emotionales Thema.

LIEBE I - Suche ist eine Hommage an das Herzklopfen, an den Schwebezustand zu Beginn des sich Verliebens und nähert sich diesem komplexen Zustandsgefüge anhand 9 künstlerischer Positionen. Sehnsucht - Suche – Herantasten – Einlassen in Verbindung mit: Zerbrechlichkeit, Unsicherheit, Magie, Symbiose, Idealismus, Selbstfindung, Euphorie, Gefühlsschwankungen,.. - sind inhaltliche Schlagworte der visuellen Annäherungen und Auseinandersetzungen.

Der musikalische Appetizer zu dieser Ausstellung: http://youtube.com/watch?v=ekQZPozjCX8


Armin Bardel zeigt in seiner Serie Tatorte Orte als Zeitzeugen erster Begegnungen, erster sexueller Abenteuer und verbindet diese mit Textteilen eines amourösen Tagebuchs im Sinne einer autobiografischen Erinnerungssuche.

In der Arbeit Selbstliebe beruft sich Aimée Blaskovic auf Erich Fromm und seiner These, dass aus positiver Selbstliebe die Fähigkeit andere zu lieben zu können resultiert. Sie untersucht den Balanceakt zwischen: Ich zum Vis a Vis – Ich zur Gesellschaft – Anforderungen an sich selbst und Forderungen anderer – Selbstliebe und Narzissmus.

Nina Dicks Arbeit hello are you there!? beschäftigt sich mit der neuen Verortungen von Nähe via digitaler Kommunikationswege (Skype) und hält die Fragilität einer beginnenden Annäherung in räumlicher Distanz als Ausschnitt der Realität eines Abends fest.

Die Videos All my Life und Excess Baggage von Oriana Fox kreisen um Selbstfindung und der Suche nach der absoluten Liebe. Mediale, klischeehafte, modische Einflüsse, Ratschläge von Eltern und Freunden werden hierbei auf ironische Art und Weise mit der eigenen Autobiografie und Wunschvorstellungen ineinander verwoben.

Ivan & Laura bezieht sich in seiner Arbeit Twins auf die Normierung der Reproduktion als Grundsatz des (Bio)Kapitals. Sexualität, Geschlechterrollen und ihre Funktionen werden ebenso hinterfragt wie das Umkreisen des Ichs im Anderen, das emotional zwischen zärtlicher und agressiver Annäherung schwankt und keine klaren Zuschreibungen zulässt.

Sissa Micheli nimmt in ihrer Installation I love you, I hate you Bezug auf den Film „La Jetée“ von Chris Marker und übersetzt das hin und her Pendeln zwischen: Liebe – Hass , Opfer – Täter, der Suche nach Glück und Erfüllung versus der Unmöglichkeit zusammen zu finden, in einer medienreflexiven Gegenüberstellung von Fotografie und Film/Video.

Marzena Skubatzs feinschichtige lyrische Fotografien transformieren die Frage nach What is love? in Landschaften und Portraits zu einer individuellen Befindlichkeit als Abbild. Die Bildpaare verschmelzen zu einer emotionalen Symbiose sehnsüchtiger Erwartungen und Ängstlichkeit.

Marion Üdema erforscht in ihrer Serie FreundeFinden die Partnersuche, sowie die erotische Selbstdarstellung von Kontaktsuchenden in Internetforen und deckt medial allgegenwärtige Körperposen und Bildkonventionen auf. Der Versuch das eigene Idealbild zu kreieren steht im Gegensatz zu visuellen Mustern einer Zeit und ihrer Gesellschaft.

OPTISCHE UND RÄUMLICHE UNTERSUCHUNGEN Jahrgang: 2008,
OPTISCHE UND RÄUMLICHE UNTERSUCHUNGEN
BILDER Nr. 227

Eröffnung: 31. März um 19.00 Uhr



F O T O G A L E R I E    W I E N
Währinger Straße 59/WUK, 1090 Wien
DI-FR  14.00-19.00 Uhr, SA 10.00-14.00 Uhr, Feiertags geschlossen  
sponsored by: BMuKK, MA7-Kultur, Cyberlab

Die Ausstellung OPTISCHE UND RÄUMLICHE UNTERSUCHUNGEN präsentiert 3 Künstler in deren Werk medienreflexive Untersuchungen und Experimente zur/mit Fotografie im Vordergrund stehen.
Ihr Diskurs umfasst die Bereiche: Theorie, Technik, Material, Untersuchung von (Raum)Wahrnehmung und optischen Phänomenen, sowie Konstruktion von Wirklichkeit versus Realität – um in weiterer Folge zu neuen Sichtweisen und Bildergebnissen zu gelangen.

Thomas Freiler beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit optischen, medialen und theoretischen Aspekten von Fotografie.
In einer Vielzahl von Versuchsreihen und Experimenten entstehen Fotografien über Fotografie - über Wahrnehmung, Realität und Konstruktion.
Thema ist aber immer die Fotografie.

Thomas Hannappels Fotografien basieren auf einer Synthese von Fotografie, Architektur und Installation in denen nicht die Fotografie das Bild der Wirklichkeit manipuliert, sondern die Manipulation bereits in der Wirklichkeit geschieht. In Hannappels Arbeiten wird die Logik der Perspektive und des Raums von Grund auf gestört und ad Absurdum geführt. Konsequenterweise dienen keine real existierenden Räume als Grundlagen, sondern Installationen, die als variable Plattformen für verschiedenartige räumliche Setzungen dienen.

Hermes Payrhuber ist ein Grenzgänger zwischen den medialen Zuordnungen von Fotografie und Objekt, von Außen- und Innenraum, von Leerstellen und Überlagerungen - vom „Nichtbild“ im Bild.
Payrhuber entkernt das Sujet aus den ursprünglich autorepräsentativen Fotografien und schichtet die übrig gebliebenen Außenhäute übereinander. Es entsteht ein Foto-Körper dessen Innensicht ein fragiles Verwirrspiel von Linien und räumlich-optischer Tiefe offenbart.

VOR-BILDER Jahrgang: 2008,
VOR-BILDER
BILDER Nr. 226

Eröffnung: Montag, 25. Februar um 19.00 Uhr  

VOR-BILDER vereint drei Künstlerinnen die als Inspirationsquelle ihrer - in dieser Ausstellung gezeigten - Arbeiten auf Vorlagen aus Literatur, Film oder Starbusiness zugreifen. Dekonstruktion, Rekonstruktion und Transformation, sowie die Verknüpfung dieser mit formalen und thematischen Spezifika im Werk der Künstlerinnen, führen zu spannenden, eigenständigen Bildwelten.

Christina Tsilidis analysiert und hinterfragt in ihren Videoarbeiten Ikonen der Film- und Popindustrie wie Catherine Deneuve oder Michael Jackson. Strategien der Film- und Starfabrik dienen zur Mythenbildung und werden auch in der Produktwerbung benutzt. Die Sehnsucht nach Mythen und Mystifikation, um nicht zu sagen - belogen zu werden, ist ein Faktum in unserer Gesellschaft. Christina Tsilidis untersucht in ihren Arbeiten, was hinter dieser Sehnsucht steckt. Ihre Videos sind performativ wie technisch eine „one woman show“. Szenen oder Fragmente aus Filmen und Musikvideos werden isoliert, in eine private, nüchterne - also glamourlose Atmosphäre transferiert und mittels einfachster Filmsprache umgesetzt.
Annette Sonnewend spannt den Bogen weiter ins Fiktionale, wenn sie als Protagonistin in bekannten Filmen auftritt und ihre eigene Rolle kreiert.

Sie wählt aus vier Filmen unterschiedlicher Genres und Entstehungszeiten je eine kurze Sequenz, skizziert das Setting und baut ein maßstabgetreues Modell der räumlichen Situation nach. Die Idee eine neue Wirklichkeit zu kreieren und sich den Raum als zeitlose Person aneignen zu können, liegt der Rekonstruktion des Filmraums zu Grunde. In den in etwa einminütigen Kurzfilmen trifft die Künstlerin mit den OriginalschauspielerInnen des Films zusammen. Konstruierte Realität und Neuinszenierung dieser werden ineinander verwoben.

Mit den fein skizzierten layer-haften Fotoarbeiten von Anita Witek, in Anlehnung an den Roman „Aminadab“ von Maurice Blanchot - schließt sich der Kreis. Anita Witek tritt nicht selbst in die neue Welt ein, sie verführt den Besucher dazu sich in einer collageartigen Neukonstruktion zu verlieren. Auch der Protagonist im Roman wandert und gleitet durch ein unabschätzbares Universum, ähnlich einem Gleiten durch die Illusionswelten welche die Werbeindustrie erzeugt. Das Ausgangsmaterial für Anita Witeks surreale Bildräume sind Werbeanzeigen aus Zeitschriften und Zeitungen. Die Titel der einzelnen Bilder sind dem Roman entliehene Satzfragmente und stehen in nahem Verhältnis zu den individuellen Räumen die der Protagonist Thomas durchschreitet.